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Der „Veganuary“ ist auch in Kassel spürbar: Viele Restaurants bieten vegane Optionen an

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Von: Evelina Kern

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Viele Gastronomien bieten vegane Alternativen an: Melih Bingül, Geschäftsführer von „Volle Knolle“, präsentiert zwei vegane Gerichte.
Viele Gastronomien bieten vegane Alternativen an: Melih Bingül, Geschäftsführer von „Volle Knolle“, präsentiert zwei vegane Gerichte. © Evelina Kern

Veganes Essen wird seit Jahren immer beliebter. Auch in vielen Restaurants Kassel sind tierfreie Gerichte schon selbstverständlich. Ernährungsberater sprechen sich ebenfalls für diese Ernährungsweise aus. Dabei ist Vitamin B12 als Ergänzung aber wichtig.

Kassel – Früher eine Randerscheinung – heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Essen ohne tierische Bestandteile wird immer beliebter. Dabei zeigt auch Kassels Gastronomie-Landschaft ganz klar: Es ist kein valides Argument mehr zu behaupten, dass vegane Ernährung außerhalb der eigenen Küchenwände gar nicht zu bewerkstelligen wäre.

Veganuary

Das Wort „Veganuary“ setzt sich aus „vegan“ und „january“ (engl. Januar) zusammen. Seit 2014 gibt es diese britische Bewegung, die weltweit Menschen dazu aufruft, sich einen Monat lang vegan zu ernähren. Besonders im Januar ist der Ansporn groß, die Ernährung auf diese Alternativen umzustellen. So sucht man im sogenannten „Veganuary“ Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Käse und Ähnliches in vielen Kühlschränken vergeblich.

Der „Veganuary“-Trend sei eine gute Möglichkeit, unterschiedliche Vorurteile über die vegane Lebensweise abzubauen, beschreibt Sebastian Heubl von der Initiative „Kassel vegan“. Es müsse aber auch transportiert werden, dass „vegan“ nicht nur ein Lifestyle-Trend sei. „Denn es ist eine zukunftsorientierte Alternative zur konventionellen Lebensweise.“

Er lebe schon seit 17 Jahren aus ethischen Gründen vegan, berichtet Heubl. Dafür seien aber nicht nur die Essgewohnheiten zu reformieren. Auch der Kleiderschrank sollte mit kritischem Blick durchforstet werden. Zur Unterstützung vermittle die Initiative Personen mit langjähriger Erfahrung an beginnende Veganerinnen und Veganer. „Unsere Vegan-Buddys beantworten Fragen oder können beispielsweise auch mit Interessierten kochen.“ Auf der Internetseite der Initiative findet man außerdem Anlaufstellen für einen veganen Einkauf und eine Liste veganer Gastronomien.

Wer zum Beispiel das Restaurant „Herbstapfel“ in Kassel besucht, bekommt ausschließlich vegane und vegetarische Gerichte serviert. Die meisten der Kundinnen und Kunden seien, laut Inhaber Ivo Ivancic, regulär gar nicht vegetarisch oder vegan. Besonders bei ihnen möchte der Gastronom einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

„Ich möchte zeigen, dass es gar keine tierischen Produkte braucht, um lecker zu kochen.“ Obwohl es im Herbstapfel zum Veganuary nur die regulären Aktionen und Angebote gebe, seien etwa fünf bis zehn Prozent mehr Besucherinnen und Besucher als gewöhnlich gekommen, um das tierfreie Essen zu probieren, so Ivancic.

Bei „Volle Knolle“ in der Königsgalerie stehen nicht ausschließlich vegane und vegetarische Gerichte auf der Speisenkarte. Aber auf Wunsch können auch die übrigen Optionen vegan oder vegetarisch zubereitet werden, sagt Geschäftsführer Melih Bingül. „Ich würde sagen, dass vierzig Prozent unserer Kundschaft vegan ist“, sagt Bingül. Mit dem Veganuary habe sich die Nachfrage bisher nicht stark verändert.

Das Angebot veganer Gerichte ist in vielen Kasseler Lokalen gegeben. Manch einer wird sich dennoch fragen, ob dieser Ernährungsstil auch ausgewogen ist. Dazu sagt der Kasseler Ernährungsberater Rainer Brummelte klar: „Veganes Essen ist nicht nur für den Körper gut, sondern auch ökologisch die beste Option.“

Trotzdem gebe es gesunde und ungesunde vegane Ernährung. Achte man auf viel Gemüse, Vollkorn, Obst, Proteinquellen und Nüsse, sei man auf der für Körper und Gesundheit guten Seite. Doch auch ungesunde Ernährung sei in einer veganen Variante möglich. „Morgens Pommes, mittags Pommes, abends Pommes – das ist vegan, aber von ausgewogener Ernährung weit entfernt“, sagt Brummelte.

Allerdings sei mit einer veganen Ernährung der Bedarf des Vitamins B12 tatsächlich nicht zu decken. Doch das lasse sich laut des Experten auch einfach ersetzen.

Veganerinnen und Veganer seien außerdem weniger häufig übergewichtig als nicht-vegane Personen, so der Ernährungsexperte. Demnach leiden sie auch seltener an Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, die mit einem starken Übergewicht einhergehen, sagt Ernährungsexperte Rainer Brummelte.

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