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Der Verein Soziale Hilfe hat wieder Notschlafcontainer für Obdachlose aufgestellt

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Von: Christina Hein

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Jetzt kann wieder richtig gekocht werden: Kay Rohde von der Fieseler-Stiftung und Panama-Köchin Laura Berndt.
Jetzt kann wieder richtig gekocht werden: Kay Rohde von der Fieseler-Stiftung und Panama-Köchin Laura Berndt. © Christina Hein

Die Zahl der Menschen auf der Straße ist in Kassel wie anderswo steigend. Stefan Jünemann vom Verein Soziale Hilfe schätzt die Wohnungslosen in Kassel auf 200 Menschen.

Kassel – Dazu kommen 830 Kasseler Bürger ohne Obdach, die von der städtischen Wohnraumhilfe in Wohnungen untergebracht sind. Deren Zahl hat sich nach Angaben des Sozialamts in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Insgesamt hat die Stadt Kassel, die auch das Notschlaf-Projekt des Vereins Soziale Hilfe finanziell unterstützt, im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Euro für die Unterbringung von Obdachlosen aufgebracht.

Wenn der Winter naht und die Temperaturen frostig werden, holt der Verein Soziale Hilfe seine sieben Notschlafcontainer aus dem Depot, um sie in der Stadt aufzustellen. Standorte sind ein städtisches Grundstück und sieben Kirchengrundstücke. Zusätzlich werden einfache Hotelzimmer angemietet.

Niemand muss in Kassel erfrieren

„Es geht ums Überleben und darum, die Menschen von der Straße zu holen“, sagt Stefan Jünemann. „Wenn die Temperaturen unter fünf Grad fallen, wird es draußen nachts extrem gesundheitsgefährdend.“ Von November bis April ist deshalb dafür gesorgt, dass niemand in Kassel erfrieren muss. Sechs der aufgestellten Container sind belegt, der siebte wird als „Not-Notschlafstelle“, so Jünemann, für unvorhergesehene Fälle freigehalten.

Das Container-Angebot richtet sich an Menschen, die sich längerfristig in Kassel aufhalten und für die andere Maßnahmen wie ambulante Wohnraumvermittlung und Heimunterbringung aus unterschiedlichen Gründen nicht infrage kommen.

Unterkunft für Menschen auf der Straße: Einer von sieben Notschlafcontainern in Kassel.
Unterkunft für Menschen auf der Straße: Einer von sieben Notschlafcontainern in Kassel. © Christina Hein

Die Einrichtung der zwölf Quadratmeter großen isolierten Container ist schlicht: Tisch, Stühle, Heizung, Kochgelegenheit, Spind, Handtücher, Bett und Bettwäsche. Eine Toilettenkabine befindet sich vor der Tür. Die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen gibt es in der Tagesaufenthaltsstätte Panama des Vereins Soziale Hilfe in der Kölnischen Straße. Für 1,50 Euro kann dort außerdem eine warme Mahlzeit eingenommen werden.

Zudem bietet das Panama eine ganze Palette an Hilfsangeboten wie Schuldnerberatung und mehr – alles unter einem Dach. Bereits vier Mal seien auch Corona-Impfangebote gemacht worden, bei denen insgesamt 230 Dosen verimpft wurden, so Jünemann. Der Verein Soziale Hilfe erhält eine Finanzierung durch den Landeswohlfahrtsverband.

Spende von Stiftung

Spenden erhält der Verein aber auch von anderen Stellen. Zu den regelmäßigen Unterstützern des Panama gehört die Fieseler-Stiftung. Waren es in der Vergangenheit eine Kühltruhe sowie Waschmaschinen, die die Kasseler Stiftung finanziert hat, so stand in diesem Jahr dringend ein neuer Herd an. Der alte war defekt geworden. „Ich weiß gar nicht, wie wir sonst Weihnachten überstanden hätten“, sagt Panama-Köchin Laura Berndt.

Die Investition von 4350 Euro für den großen modernen Kochherd habe sich gelohnt, so Laura Berndt begeistert. Früher mussten die großen Töpfe immer über die Kochplatten gehievt werden. Jetzt könne auf den ebenen Ceran-Feldern viel angenehmer gekocht werden. „Das Kochen in der Panama-Küche macht jetzt richtig Spaß.“ (Christina Hein)

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