Streckenwarte haben alle Hände voll zu tun, um Schlaglöcher auszubessern

Kassel. Für Claus Morin und Erwin Tromm von der Straßenmeisterei Espenau ist es immer die gleiche Prozedur: Auf ihren Kontrollfahrten durch die Region machen sich die beiden Streckenwarte auf die Suche nach den gefürchteten Schlaglöchern in und um Kassel.

Ihr Job ist es, die winterbedingten Schäden zumindest vorläufig zu beheben, bis die Straßen im Frühjahr dauerhaft saniert werden können.

Ein dürftiges Provisorium, denn wie lange die ausgebesserten Stellen dem Verkehr standhalten, hängt vom Alter der Straße und der jeweiligen Verkehrsdichte ab. Gerade bei Schneeglätte werden die aufgerissenen Stellen auf der Fahrbahn Autofahrern schnell zum Verhängnis, weiß Claus Morin. : „Zurzeit bessern wir etwa 20 Löcher am Tag aus. Das ist für die Jahreszeit völlig im Rahmen. Der Winter hinterlässt eben Spuren“

Ein Ausnahmewinter sei das nicht, bestätigt auch Bernd Schwedes, Leiter der Straßenmeisterei Espenau, allerdings sei er in diesem Jahr zeitlich vorgezogen: „Die Schneefälle haben ja schon im November begonnen, deshalb haben wir es jetzt mit den ersten Schlaglöchern zu tun.“

Die Straßenmeisterei, bei der 21 von 25 Mitarbeitern im Außendienst tätig sind, ist für gut 315 Kilometer Strecke der Kreis-, Land-, und Bundesstraßen im Landkreis Kassel und darüberhinaus verantwortlich. Die Straßen werden regelmäßig kontrolliert. Die Schlaglöcher seien eine Folge von Materialverschleiß und ihre Entstehung einfach zu erklären, sagt Schwedes: „Wenn Wasser in die Fahrbahn eindringt und im Winter gefriert, wird die Fahrbahnoberfläche stellenweise aufgesprengt. Zurück bleibt ein Schlagloch.“

Kein Teer mehr

Für Claus Morin und Erwin Tromm bedeutet das viele Stunden Sisyphosarbeit, bei der sie immer nach dem gleichen Prinzip verfahren: Zunächst säubern sie das Schlagloch und trocknen es dann mithilfe eines Gasbrenners aus. Dann füllen sie das Loch mit schlammigem Kalt-asphalt. Teer wird hingegen wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkung seit den 70er-Jahren nicht mehr im Straßenbau verwendet. Inzwischen greifen die Straßenwärter auf ein Gemisch aus Asphalt und Bitumen, ein Abfallprodukt aus der Erdölproduktion, zurück.

„Es ist schon ein anstrengender Job“, gibt Morin zu. „Besonders bei eisigen Temperaturen. Aber im Moment haben wir Glück mit dem Wetter und es bleibt wenigstens trocken“, sagt er. Warum man die Löcher nicht schon im Winter dauerhaft schließen könne? „Es braucht eine gewisse Bodentemperatur, bis man den Heißasphalt verwenden kann“, erklärt Schwedes. „Außerdem haben die meisten Asphaltmischer jetzt Winterpause. Im Frühjahr fängt für uns die Arbeit erst an.“

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