Designmarkt im Kulturbahnhof: Selbstgemachtes von Schmuck bis Babymützen

Taschen zum Anbeißen: Die Kasselerin Anna Hoffmann (links) macht Mäppchen und Taschen, die aussehen wie Ahle Worscht, Brot oder Kiwis. Nicht nur Clemens und Frieda Casper, die mit ihrer Mutter Dorothea im Kofferladen stöberten, fanden das eine tolle Idee. Die Täschchen gibt’s auch unter www.dawanda.com/shop/Kittie-am-Meer. Foto: Koch

Kassel. Was haben Ahle Worscht, Stullen und Schinken auf einem Designmarkt zu suchen? Die Künstlerin Anna Hoffmann fertigt aus bedrucktem Stoff Mäppchen und Taschen, die aussehen wie eine Stracke, ein Stück Schinken oder eine Kiwischeibe. Ihre Produkte waren am Samstag einer von vielen Hinguckern im „Kofferladen“ im Gleis 1.

Zum dritten Mal wurde auf Initiative der Kasseler Designerinnen Dolores del Rio und Alex Müldner das Lokal im Kulturbahnhof in der Vorweihnachtszeit zu einem Markt mit Selbstgemachtem umgewandelt. Die Besonderheit: Alle Aussteller präsentieren ihre Produkte in einem Koffer.

Die Idee der Koffermärkte stammt aus den USA, erklärt Dolores del Rio. Vor einigen Jahren nahm die Designerin vom Jungfernkopf mit ihren Recyclingtaschen an einem der ersten deutschen Koffermärkte in Göttingen teil. „Da dachten wir uns, sowas muss es in Kassel auch geben.“ Die Idee kommt offensichtlich gut an: Ab der Öffnung um 11 Uhr bis zum Schluss am späten Nachmittag drängten sich die Besucher zwischen den 30 Kofferständen. Damit die Eltern in Ruhe Stöbern konnten, gab es für Kinder musikalische Unterhaltung von Herrn Müller und seiner Gitare.

Recyling mit Schick: Renate Saur und Susanne Würzler (von links) schauten sich die Taschen der Designerin Dolores del Rio an, die aus alten Turnmatten und Schullandkarten hergestellt sind. Mehr Infos: www.zwischenpol.de

Renate Saur und Susane Würzler aus Kassel waren zum ersten Mal im Kofferladen und sind begeistert. „Es gibt so viele tolle, ausgefallene Sachen“, sagt Susanne Würzler. Die 54-Jährige ist selbst im Bereich Schmuck und Floristik kreativ und will sich auch neue Ideen holen. „Das ein oder andere Weihnachtsgeschenk wird aber wohl auch noch mitwandern“, sagt ihre Freundin Renate Saur und lacht. Angetan sind die beiden auch von den Taschen aus alten Turnmatten, Schul-Landkarten und Luftmatratzen von Dolores del Rio. Die 37-Jährige ist immer auf der Jagd nach neuem, alten Material: „Ich bin immer sofort zur Stelle, wenn in einer Schule ausgemistet wird.“

Design aus Alltagsgegenständen und Ausgemustertem ist in Mode: Auch an den Ständen mit Ketten aus Fahrradschläuchen und Ringen aus alten Schreibmaschinentasten gab es viel Kundschaft.

Neues im Retro-Look näht der Kasselerin Katja Koch als „Tante Käthe“. Niedliche Äffchen-Bommelmützen für Babys, Damenröcke aus gemustertem Nicki-Stoff und Stofftaschen mit Apfelmuster wie auf der Kinderbettwäsche der 70er-Jahre hielt sie in und um ihren Koffer bereit.

Für dieselbe Ära schlägt auch das Herz von Nina Mondrach. Sie strickt Stulpen und Bolero-Jäckchen und fertigt Blumenbroschen aus Stoff. „Ich mag alles, was verspielt ist.“ Ihre Produkte bietet sie – wie die meisten Aussteller im Kofferladen – auch bei Dawanda an, einem Internetportal für Selbstgemachtes. Doch in dem alten Reisekoffer, den die 31-Jährige mit Rüschendeckchen und kleinen Lämpchen hergerichtet hatte, kommt das Strickdesign made in Kassel noch besser zur Geltung.

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