Detekteien spürten 2009 Wirtschaftskrise

Kassel. 2009 haben sich die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen bei Aufträgen für Detekteien zurückgehalten. „Hier hat wohl die Wirtschaftskrise zur Zurückhaltung geführt“, sagte am Samstag Manfred Lotze (Düsseldorf), Verbandssprecher des Bundes Internationaler Detektive (BID). Weil der BID 50 Jahre auf dem Buckel hat, feierten die Mitarbeiter von 150 Mitgliedsunternehmen am Samstag im Kongress Palais Kassel dieses Jubiläum.

1500 Detektive soll es nach offiziellen Angaben in Deutschland geben. Die Branche geht allerdings von 5000 Wirtschafts- und Privatdetektiven aus plus 15 000 Kollegen in Kaufhäusern, Hotels und Versicherungen.

Größere Wirtschaftsdetekteien erzielten Umsätze zwischen zwei und fünf Mio. Euro jährlich, sagte Lotze. Die Detekteien hatten es im vergangenen Jahr mit Straftaten wie Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Untreue und Vortäuschung von Krankheit zu tun, die zusammen 52 Prozent aller Aufträge ausmachten.

Fort- und Weiterbildung

Detektive mit einer guten Ausbildung und einer Mitgliedschaft im Berufsverband erzielten durch sorgfältige Arbeit zuverlässige Erfolge, sagte Lotze. So enthalte eine BID-Richtlinie die Pflicht zu permanenter Fort- und Weiterbildung - beispielsweise in Foto- und Videotechniken und Rechtsfragen.

Die Ergebnisse könnten vor Gericht genutzt werden, und die privaten Ermittler stünden als Zeugen sowohl außergerichtlich als auch im Prozess zur Verfügung. Voraussetzung sei, dass die Ermittlungen juristisch einwandfrei verlaufen seien. „Ein ausführlicher Schriftbericht und Beweisdokumente sind hierfür erforderlich“, sagte Lotze. Allerdings unterliege die Arbeit des privaten Ermittlers nicht dem Legalitätsprinzip wie bei der Polizei. „Er muss die bearbeiteten Delikte nicht zur Anzeige bringen.“ (bea)

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