Deutsche Alternative Fußballmeisterschaften: Fest für Freizeitkicker

Kassel. Verdiente Sieger, glückliche Gastgeber und ein denkwürdiges Spiel um Platz 27: Die Deutschen Alternativen Fußballmeisterschaften (DAM) in Kassel waren ein echtes Fußballfest.

32 Freizeitkicker-Teams aus Deutschland, England und Italien spielten am Pfingstwochenende auf den Waldauer Wiesen um die alternative Fußballkrone. Während die fünf Kasseler Teams im Mittelfeld landeten, kommt die Meistermannschaft 2012 aus der Hauptstadt. Als Titelverteidiger gestartet, am Ende Platz 17 – es gibt wohl kaum eine Sportveranstaltung, bei der die Vorjahressieger mit so einem Ergebnis nicht enttäuscht gewesen wären. Nicht so bei der DAM, nicht die „Söhne der Mutter“.

„Wir wollten ein guter Gastgeber sein, da kann man nicht den Titel verteidigen“, sagte Axel Jahr, Mittelfeldmotor vom Titelverteidiger und Ausrichter, augenzwinkernd. Wichtiger als sportlicher Erfolg waren den Kasselern ein reibungsloser Turnierverlauf, das Familienprogramm und gute Stimmung. Gelungen ist ihnen das durchaus. „Das Feedback der anderen Teams war großartig“, sagte Jahr nicht ohne Stolz. Unbedingter Siegeswille ist unter Freizeitkickern ohnehin verpönt. Im Vordergrund stehen vielmehr Fairplay, Freude am Fußball und gemeinsames Feiern auch nach Niederlagen.

Bilder von den Fußballmeisterschaften

Deutsche Alternative Fußballmeisterschaften in Kassel

„Uns ging’s hier um den Spaß. Und den hatten wir“, sagte Dominik Baier vom Team „F2 versenkt“ aus Kassel, das dank eines knappen Vorrunden-Erfolgs gegen die einzige Frauenmannschaft Platz 30 belegte. Besser lief es für die Ballartisten von Dynamo Windrad (Kassel). Im Spiel um Platz 27 trafen sie auf „die glorreiche Sieben“ aus Hamburg. Obwohl kuriose Spiele bei der Alternativmeisterschaft gang und gäbe sind, war diese Partie selbst für DAM-Verhältnisse etwas Besonderes: Erst mussten beide Teams ohne Mittelkreis kicken, da Zuschauer diesen fröhlich singend eingenommen hatten. Nach Gleichstand in der regulären Spielzeit (25 Minuten) ging’s zudem ins Elfmeterschießen.

Ein eindeutiger Sieger ging daraus aber nicht hervor, da beiden Mannschaften beim Stand von 19:19 die Puste ausging. „Deshalb haben wir uns geeinigt, beide Platz 27 und 28 belegt zu haben“, sagte Dynamo-Legende Klaus Ilchmann (56) lachend. Während die Kasseler Spieler von „Partysahne“ den 13. Rang belegten, schafften es die „Natural Born Kickers“ gar in die Top Ten. „Ein bisschen schade ist Platz neun schon, da wir nur ein einziges Spiel durch Elfmeterschießen verloren haben“, sagte Trainer Manuel Eicher. Traurig waren die Kickers aber keineswegs.

„Immerhin sind wir die besten aus Kassel.“ Nach zwei Tagen und 112 Spielen kam es dann vor mehr 600 Zuschauern zum großen Finale zwischen „Rote Hosen Ostberlin“ und „Dagmar liebt Hamburg“. Mit 1:0 behielten die favorisierten Hauptstädter verdient die Oberhand – und dürfen zur Freude aller Beteiligten als amtierende Meister die DAM im kommenden Jahr ausrichten. (psn)

Rubriklistenbild: © HNA/Schaffner

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