Bahn spricht von absolutem Einzelfall

Zu spät? Ein ICE war am Sonntag 43 Minuten zu früh im Bahnhof  Kassel-Wilhelmshöhe

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Ungewöhnlich: Am Sonntag kam der ICE aus Stuttgart 43 Minuten früher als geplant in Kassel an.

Zugverspätungen sind nichts außergewöhnliches. Am Sonntag gab es in Kassel allerdings einen "absoluten Einzelfall"  nämlich eine Zugverfrühung und zwar um 43 Minuten. 

Pendler, Wochenendausflügler und Kegelklubs auf dem Rückweg vom Münchner Oktoberfest – am Sonntagnachmittag herrscht am Bahnhof Wilhelmshöhe Hochbetrieb. 

Zugverspätungen sind da nichts Außergewöhnliches, Zugverfrühungen hingegen schon.

Zugverfrühung - das ist so selten, dieses Wort gibt es gar nicht

Ja, richtig gehört. Eine Zugverfrühung. Wobei wir uns eigentlich gar nicht so sicher sind, ob es dieses Wort überhaupt gibt: Zugverfrühung. Übersetzt: Der ICE 976 von Stuttgart nach Hamburg war am Sonntag genau 43 Minuten zu früh in Kassel. 

Wir wiederholen: 43 Minuten zu früh – nicht etwa zu spät. Klingt irgendwie nahezu irreal, und so muss auch die Situation im Zug gewesen sein.

Selbst der Zugbegleiter war fassungslos

Twitter-Nutzer schildern einen ebenfalls fassungslosen Zugbegleiter: „Meine Damen und Herren, tja, ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt sagen soll... trotz des Böschungsbrandes und der Umleitung fahren wir sage und schreibe 43 Minuten zu früh in Kassel ein. Ich beglückwünsche Sie, falls Sie in Kassel aussteigen.“

Deutsche Bahn spricht von einem "absoluten Einzelfall"

Auch die Bahn spricht von einem „absoluten Einzelfall“, der so gut wie nie vorkomme. Wie aber konnte es dann doch dazu kommen? Wurde möglicherweise mal wieder vergessen, irgendwo anzuhalten? Wäre ja nicht ganz um-, äh unabwegig muss es hier natürlich heißen. Mannheim und Frankfurt? Kann man sich doch eigentlich sparen, wenn man schon früher in Kassel sein kann.

ICE hätte ursprünglich eine andere - und langsamere - Umleitung fahren sollen

Die Bahn klärt auf: Bei langfristigen Baumaßnahmen seien die Umleitungen schon weit im Voraus im Fahrplan vermerkt. Die Reisenden bekämen dann bei Buchungen auch nur diese Zeiten zu sehen. Am Sonntag hätte der ICE 976 von Stuttgart laut Plan eigentlich eine Umleitungsstrecke über Gießen fahren sollen, was aber aus betrieblichen Gründen am Sonntag nicht möglich gewesen sei.

Ein glücklicher Zufall: die Sperrzeit wegen der Bauarbeiten zwischen Kassel und Fulda sei am Sonntag nicht in vollem Umfang genutzt worden, heißt es von der Bahn. Deshalb habe der ICE kurzfristig die Strecke über Fulda fahren können, die er auch gefahren wäre, wenn es keine Bauarbeiten gibt. So war er bereits gegen 16.30 Uhr statt – wie geplant – um 17.19 Uhr in Kassel.

Deutsche Bahn hob die Zugbindung auf - mit viel Glück kamen einige so schneller ans Ziel

Aufgrund der besonderen Situation sei die Zugbindung aufgehoben worden, berichten Reisende. Wer also früher in Kassel war und weiterfahren musste, konnte auch mit Glück einen früheren Anschlusszug erreichen. Die meisten Reisenden mussten allerdings gut 40 Minuten in Kassel auf ihre Weiterfahrt mit dem ICE 976 warten.

Sein Ziel in Hamburg erreichte der Zug gegen 20 Uhr – mit sechs Minuten Verspätung.

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