Möglicherweise noch vor Weihnachten

Deutsche Bahn plant Warteraum für IC-Bahnhof Wilhelmshöhe 

Geplanter Standort: In der Nähe der DB-Information (Bildmitte) soll der Pavillon entstehen. Wo genau, sagt die Bahn noch nicht.

Kassel. Von einigen Bahnfahrern wird er als „Palast der 1000 Winde“ verspottet. Nun soll der im doppelten Sinne zugige IC-Bahnhof wieder einen beheizbaren Warteraum erhalten – und das möglicherweise noch dieses Jahr.

2008 war der alte Warteraum dem Bau einer McDonald’s-Filiale zum Opfer gefallen. Seitdem sitzen die wartenden Fahrgäste auf den wenigen Stahlbänken auf dem Querbahnsteig oder direkt am Gleis. Nicht nur im Herbst und Winter ist dies eine oft kalte Angelegenheit.

Das Einsehen der Bahn hat lange gedauert. Immer wieder hatte der Fahrgastverband Pro Bahn in den vergangenen Jahren darauf gedrängt, dass die Bahn einen neuen Warteraum einrichten möge. Bis vergangene Woche ohne Erfolg.

Doch nun erhielt Hermann Hoffmann, Vorsitzender von Pro Bahn Nordhessen, die überraschende Nachricht. Die Bahn teilte ihm mit, dass nach den Gesprächen mit ihm und einer konzerninternen Abstimmung nun doch ein Wartepavillon in Planung sei. Er solle in unmittelbarer Nähe zur DB-Information auf dem Querbahnsteig entstehen und auf etwa 20 Quadratmetern 15 Sitzplätze bieten.

Dieses Bild soll bald der Vergangenheit angehören: Bislang müssen die Fahrgäste im IC-Bahnhof Wilhelmshöhe auf den wenigen Bänken im Querbahnsteig auf ihren Zug warten. Fotos: Schachtschneider / Archiv, Ludwig

Die Bahn bestätigt auf HNA-Anfrage dieses Vorhaben. Aber zunächst müssten alle baurechtlich notwendigen Genehmigungen eingeholt werden. Wenn dies gelinge, könne der Pavillon noch vor Weihnachten aufgebaut werden, teilte ein Bahn-Sprecher mit. Zu dem genauen Standort des Pavillons wollte er sich erst äußern, wenn die Planungen weiter vorangeschritten seien.

Auch wenn er sich ein paar mehr Sitzplätze im Warteraum gewünscht hätte als die geplanten 15, freue er sich über die Entscheidung der Bahn, sagte Hoffmann. Bislang hatte das Unternehmen den Bau eines Wartebereichs aus zwei Gründen abgelehnt: Die Umstiegszeiten in Kassel seien so kurz, dass ein Wartesaal unnötig sei und wenn dennoch ein Fahrgast auf einen verspäteten Zug warten müsse, könne er die gastronomischen Angebote auf dem Bahnhof aufsuchen.

Pro Bahn hatte diese Begründung der Bahn als „Unding“ zurückgewiesen. Auf anderen Fernbahnhöfen gebe es auch ansprechende Wartebereiche und niemand werde dort gezwungen, etwas zu konsumieren, um im Warmen zu sitzen. Zu dieser Einsicht scheint nun auch die Bahn gekommen zu sein.

Von Bastian Ludwig

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