Krauss-Maffei Wegmann und Nexter bilden Rüstungskonzern

Deutsche und Franzosen besiegeln Panzerfusion

Kassel. Die Kasseler Krauss-Maffei Wegmann-Gruppe (KMW) fusioniert mit dem französischen Konkurrenten Nexter zum größten Panzerbauer Europas.

Mittwochnachmittag besiegelten die beiden Unternehmen in Paris den Zusammenschluss unter dem Dach einer Holding mit Sitz in Amsterdam, an der beide Unternehmen je 50 Prozent halten. Das neue Unternehmen trägt vorerst den Namen Kant. Diese Abkürzung steht für die Anfangsbuchstaben von KMW and Nexter together (zusammen) und gibt die gemeinsame Marschrichtung vor.

KMW im Regiowiki

Gewerkschaft und Betriebsrate mochten am Mittwoch unter Hinweis auf die ausstehende Mitarbeiter-Information am Donnerstagmorgen keine Stellung beziehen. Ein Vertreter der IG Metall erklärte aber, dassman auf langfristige Zusagen hinsichtlich der Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Einhaltung der aktuellen KMW-Arbeitsbedingungen und Sozialstandards beharre. Kurzfristige Veränderungen erwarte man nicht.

Grund für die seit langem diskutierte Fusion ist die Schaffung eines starken Gegengewichts zu den Mitbewerbern General Dynamics (USA) und BAE Systems (Großbritannien), die mit dem Abrams und Challenger bei schweren Kampfpanzern die Alternativen zu deutschem Leopard 2 und französischem Leclerc bauen. Hinzu kommen Erwartungen, mit Hilfe von Nexter künftig die restriktiven deutschen Waffenexportbestimmungen unterlaufen zu können

KMW-Chef Frank Haun erklärte, dass sich die Unternehmen ideal ergänzten. Beide hätten Technologien, die der jeweils andere nicht habe.

Mit der Fusion entsteht ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro, Auftragsbestand von neun Mrd. Euro und 6500 Mitarbeitern, davon allein 1400 in Kassel – der Wiege von KMW. Der Panzerbauer gehört gut 20 Familengesellschaftern aus der Industriellen-Dynastie Bode, Nexter dem französischen Staat.

Rubriklistenbild: © dpa

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