40 Studierende aus aller Welt verbringen ihren Sommer an der Universität Kassel

Lob für deutsche Pünktlichkeit

Sie fühlen sich auf dem Campus wohl: Darbis Javier Castillo Pazos aus Mexiko (von links), Jin Choi aus Kanada, Nella Shikongo aus Namibia und Mohamed El-Hebeary aus Ägypten. Foto: Dilling

Kassel. Die ersten vier Wochen des Sommers verbringt Darbis Javier Castillo Pazos aus Mexiko in Kassel. Der Chemie-Student wohnt in einer Gastfamilie und ist voll des Lobes über die deutsche Lebensart. „Alle sind pünktlich, und die Leute meinen auch das, was sie sagen“, erklärt der 18-Jährige. Auch die meisten Labors seien besser als in Mexiko ausgestattet. Schon als Kind habe er sich für Deutschland interessiert. Vielleicht komme er bald wieder, um hier zu forschen.

Castillo Pazos gehört zu den 40 Studierenden aus 17 Ländern, die zur 13. Sommer-Universität im Forschungs- und Lehrbetrieb der Uni Kassel ein Studienkurzprogramm absolvieren und regionale Betriebe besichtigen. Erstmals hat die Uni auch einen Lehrgang in Nanowissenschaften (Lehre von den kleinsten Teilchen) im Angebot. Daneben bleibt noch Zeit für kulturelle Ausflüge, wie beispielsweise eine Grimm- Märchenstunde in der Knallhütte.

Die Studierenden geben Kassel nur gute Noten. Die Ausbildung an der Kasseler Uni sei nicht so verschult wie in ihrer südwestafrikanischen Heimat Namibia, sagt Nella Shikongo, eine Soziologie- und Sprachenstudentin. Das lasse ihr Raum für Kreativität. „Das Klima in Kassel ist sehr kalt, aber die Menschen sind warm und herzlich“, sagt die 21-Jährige, die mit einem Stipendium zum ersten Mal nach Europa gekommen ist.

Den Chemie-Studenten Jin Choi aus Südkorea, der in Kanada aufgewachsen ist und in der Hauptstadt Toronto studiert, hat überrascht, dass man an der Uni Kassel kostenlos studieren kann. Das sei in Kanada anders. Für die Kasseler Straßenbahn vergibt er die Bestnote. „Die ist viel pünktlicher als in Toronto.“ Kassel sei mit seinen vielen Bäumen sehr grün.

Mohamed El-Hebeary aus Ägypten, der gerade sein Masterstudium in Maschinenbau beendet hat, hat sich in Kassel für Umwelt- und Nanotechnik eingeschrieben. Das gebe es in seiner Heimat nicht.

El-Hebeary verfolgt aus Nordhessen regelmäßig die politischen Wirren in seiner Heimat. Es sei gut, dass das Militär dort nun für Ruhe sorge. Das sei kurzfristig die beste Lösung.

Von Bastian Ludwig

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