Deutschland im Preisvergleich: In Kassel ist vieles günstiger

Kassel. Zwei elementare Dinge sind in Kassel unschlagbar günstig: Das Glas Bier in der Kneipe und der Liter Dieselsprit fürs Auto sind in der Nordhessenmetropole für weniger Geld zu haben als in anderen Städten quer durch die Republik.

Hier geht es zur einer interaktiven Grafik

Das geht aus einer aktuellen Preiserhebung hervor, die die HNA gemeinsam mit 13 weiteren deutschen Regionalzeitungen vorgenommen hat. Die kompletten Ergebnisse sind auf www.HNA.de zu finden.

Hintergrund

Im sozialen Netzwerk Facebook haben Online-Redakteure von 14 deutschen Zeitungen Ende Januar den bundesweiten Preisvergleich verabredet. Das Hamburger Abendblatt hatte die Idee, die von den Kollegen begeistert aufgegriffen wurde: Stuttgart, Dortmund, München, Berlin und natürlich Kassel – Zeitungen dieser und etlicher weiterer Städte trugen die Preisdaten zusammen und stellten sie im Internet zentral den anderen Verlagen zur Verfügung. So hatte die HNA plötzlich Mitarbeiter in ganz Deutschland und arbeitete selbst als Zulieferer für andere Zeitungen. Gemeinsam wurde eine Sperrfrist für die Veröffentlichung vereinbart, mittlerweile haben die ersten Zeitungen ihre Auswertung veröffentlicht. Die Kollegen der Augsburger Allgemeinen stellten ihre animierte Grafik mit den bundesweiten Ergebnissen zur Verfügung, die Sie auch bei uns finden. (jna)

Im Vergleich von 14 Städten tankt und trinkt man in Kassel nicht nur besonders billig. Auch die Preise für manche Lebensmittel sind laut der Stichprobe in Nordhessen am niedrigsten. Wer so billig wie möglich wohnen will, sollte sich hingegen in Dortmund umschauen. Das Auto im Parkhaus abstellen kostet nirgends weniger als in Krefeld. Und wer häufig eine Bringdienst-Pizza ordert, wird sich in Hamburg finanziell am wohlsten fühlen. Für ganz unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen haben die beteiligten Redaktionen Ende Januar 2012 aktuelle Verbraucherpreise eingeholt. Der Vergleich ist nach den Kriterien der Statistik nicht repräsentativ, dennoch ermöglicht er einen Überblick über Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten in ganz Deutschland. Und die scheinen laut Stichprobe beträchtlich zu sein. Kindergärten relativ teuer Die Kasseler Preise liegen eigentlich nur bei den Parkgebühren sowie bei der Kinderbetreuung im oberen Mittelfeld: In vier der untersuchten Städte werden höhere Gebühren als in Kassel für einen Kindergartenplatz verlangt.

Im gesamten süddeutschen Raum – wo es sich ansonsten kostspieliger lebt – wird der Nachwuchs hingegen preisgünstiger betreut. Dafür kann man den Kleinen in Kasseler Bäckereien ein Wurstbrötchen kaufen, das weniger kostet als sonst irgendwo. Das gilt auch für den Laib Mehrkornbrot, den sich die Eltern einpacken lassen. Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten in Kassel im Bundesvergleich recht niedrig. Etliche Dinge des täglichen Bedarfs kosten hier weniger als in den anderen untersuchten Städten – etwa der Liter Autokraftstoff, der zur Zeit der Stichprobe 9 Cent billiger zu bekommen war als in Münster mit dem höchsten Dieselpreis. Und Bierfans in München dürften neidisch auf Nordhessen blicken: 0,3 Liter Bier kosten in Kasseler Lokalen mit 1,60 Euro gerade mal halb so viel wie in der Bayernmetropole. Mietpreise moderat Auch die Preise für Wohnraum sind in Kassel noch moderat.

Eine 60-Quadratmeter-Wohnung in mittlerer Lage ist für 381 Euro zu haben. Nur drei Vergleichsstädte in Westfalen und am Niederrhein weisen niedrigere Mietpreise auf, überall sonst ist das Wohnen teurer. Kulturfreunde wohnen in Kassel ebenfalls günstig: Für eine Theaterkarte muss man in elf der 14 Vergleichsstädte mehr Geld ausgeben. In München sind nach wie vor die Wohnungsmieten am höchsten, gefolgt von Stuttgart, wo das Logieren im Hotel am teuersten ist. Strafzettel und Kinotickets kosten nirgendwo so viel wie in Hamburg. Taxifahren ist in Mainz am teuersten, und wer im Stadion Bundesligafußball sehen will, muss in Freiburg am tiefsten in die Tasche greifen.

Von Axel Schwarz

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