Nord-Süd-Verbindung

A7 ist Deutschlands längste Autobahn - Das hat sie zu bieten

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A7: Deutschlands längste Autobahn (Symbolbild)

Die A7 ist Deutschlands längste Autobahn. Wir haben für Sie zusammengefasst, was diese zu bieten hat. 

  • Die A7 hat mehr zu bieten als nur Verkehr.  
  • Die längste Autobahn Deutschlands ist die A7.  
  • Auf der A7 sind noch einige Baustellen in Planung.

Mit 962,2 Kilometern Länge stellt die Autobahn 7 (A7) die längste Autobahn in der Bundesrepublik Deutschland dar. Nach der Autovia 7 in Spanien ist sie auch die zweitlängste durchgehende nationale Autobahn. Wir haben in diesem Artikel zusammen gefasst was die A7 sonst noch für Besonderheiten zu bieten hat.

A7: Eine Autobahn der vielen Zahlen  

Die längste Autobahn Deutschlands hat 205 Rastplätze. Von diesen sind 47 Bewirtschaftet. Gekreuzt wird die A7 von insgesamt 1074 Brücken. Insgesamt hat sie 1074 Auf- und Abfahrten.

In einigen Abschnitten der A7 sind am Tag über 100.000 Fahrzeuge unterwegs. Laut der manuellen Straßenverkehrszählung 2015 ist das in folgenden Abschnitten der Fall: 

  • Dreieck Hamburg-Nordwest <-> HH-Sellingen (101.300)
  • HH-Othmarschen <-> HH-Waltershof (107.600) 
  • HH-Waltershof <-> HH-Moorburg (103.900) 

HH steht hier für Hansestadt Hamburg 

In 4 Abschnitten ist die A7 sogar Teil von Europastraßen. Die E45 wirkt bei genauerem Hinsehen, wie eine Verlängerung der innerdeutschen Nord-Süd-Achse. Doch nicht die ganze A7 ist Teil der E45. Von der dänischen Grenze bis knapp hinter die bayrische Grenze, in die nähe von Würzburg, ist sie es aber. Danach verläuft die E45 über 4 verschiedene deutsche Autobahnen. Zwischen Gießen und Erfurt ist die A7 auch kurz Teil der E40. 

Diese beginnt knapp hinter dem Ärmelkanal in Frankreich und führt bis über die europäischen Grenzen hinaus bis zur Grenze zwischen Kasachstan und China. Zwischen Würzburg und Memmingen ist die A7 teil einer der wichtigsten Straßen, die über die Alpen führen, der E43. Zudem ist die A7 auch kurz teil einer sogenannten B-Strecke, der E532. Zwischen Memmingen und Füssen ist sie Teil der Europastraße. 

A7: Die Autobhan ist nicht nur für den Autoverkehr gedacht 

Von der dänischen Grenze bis zur österreichischen Grenze verläuft die A7. Sie durch teilt die Bundesrepublik der Länge nach. Dabei hat die Nord-Süd-Achse auf Ihre fast 1000 Kilometer Länge mehr als nur den klassischen Straßenverkehr zu bieten. 

So konnte die A7 an 2 Stellen auch als Autobahn-Behelfsflugplatz für das Militär verwendet werden. Im hohen Norden zwischen Schleswig/Jagel und Owschlag konnte die Autobahn hierfür auf einer Länge von 2000 Metern genutzt werden. 

Hier starteten und landeten auch schon Kampf- und Transportmaschinen der Bundeswehr bevor die A7 für den Verkehr freigegeben wurde. Heute erinnert nur noch der Autobahn-Rastplatz Brekendorf an den einstiegen Notlandeplatz.

A7: Relikte aus einer vergangenen Zeit

In Zeiten des Kalten Krieges wurden einige Autobahnabschnitte in Deutschland zu solchen Behelfsflugplätzen umgebaut. Die Idee ist allerdings älter als der Kalte Krieg, sie entstand bereits zu Zeiten der Nationalsozialistischen Diktatur. 

Sie sollten als Reserve dienen, für den Fall das die regulären Flugplätze beschädigt sein sollten. Laut der Friedensbewegung gab es in den 1980er Jahren 21 Stück von diesen Flugplätzen. Aber in den 1990er Jahren verwarf man die Idee dann endgültig. 

Nach und nach werden die Flugplätze nun zurückgebaut. So auch auf der A7, der Behelfsflugplatz zwischen den Anschlussstellen Tarp und Owschlag wurde bereits komplett zurückgebaut.

A7: Autobahn wurde auch schon zur Landebahn für Flugzeuge

Nicht nur Militärflugzeuge versuchten sich vor deren in Inbetriebnahme, mit Landungen auf der A7. Im Jahr 1971 versuchte eine, in Hamburg gestartete Passagiermaschine der Fluggesellschaft Paninternational auf der A7 Not zu landen. 

Kurz nach ihrem Start am 06. September versuchte die Maschine nahe Hasloh auf einem im Bau befindlichen Abschnitt der A7 zu landen, da beide Triebwerke der Maschine anfingen zu brennen. 

Bei dem Landeversuch brach ein Fahrwerk und die Maschine verunglückte. Der Unfall der Maschine, die eigentlich nach Malaga fliegen sollte, wurde auch als Unglück von Hasloh bekannt. 

Durch die Tragödie verloren 22 der insgesamt 121 Insassen Ihr Leben und 45 Menschen wurden verletzt, teilweise schwer. Der Grund für den Unfall waren die fälschlicherweise mit Kerosin befüllten Wassereinspritzungen der Triebwerke. 

A7: Neben dem Verkehr bringt die Autobahn auch noch die Energiewende voran 

Im Jahr 2009 schlug Dr. Hermann Scheer, ehemaliger Präsident von Eurosolar e.V. vor die A7 zum Windpark zu machen. Der SPD Politiker wollte so 3,8 Millionen Haushalte mit Strom versorgen können. Dafür währen, laut Scheer, rund 1250 Windkraftanlagen entlang der A7 notwendig. 

Der Bereits 2010 verstorbene Politiker gab seiner Vision den Namen "Energieallee A7". Für sein Engagement im Bereich erneuerbare Energien wurde Scheer bereits 1999 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. Der Preis für die Gestaltung einer besseren Welt wird inoffiziell auch als alternativer Nobelpreis bezeichnet.

Im Frühjahr 2010 wurde das Konzept zum ersten Mal auf der Raumordnungskonferenz in Kassel vorgestellt. Hier wurde neben den Windkraftanlagen auch die Energiegewinnung durch andere erneuerbare Energien, wie Beispielsweise Sonnenkraft angesprochen. 

In Baden-Württemberg wurde mit dem Windpark Ellwanger Berge bereits ein Teil der "Energieallee A7" umgesetzt. Der Ende Mai 2017 eröffnete Windpark versorgt damit bis zu 19.000 Haushalte mit Strom und spart somit jedes Jahr mehr als 56.000 Tonnen CO2-Emissionen ein. 

A7: Ausbau und Planung der Autobahn

An vielen Stellen ist die A7 bereits auf 6 bzw. 8 Spuren ausgebaut. Hier läuft momentan noch der Ausbau: 

  • Bordenshol <-> Hamburg Nord-West (Ausbau auf 8 Fahrstreifen) 
  • Hamburg Nord-West <-> HH Volkspark (Ausbau auf 6 Fahrspuren  
  • Seesen <-> Nörten-Hardenberg (Ausbau auf 6 Fahrstreifen) 
  • Dreieck Kassel-Ost <-> Dreieck Kassel-Süd (Ausbau auf 6 Fahrspuren)

Hier sind noch Umbauten geplant:

  • Bad Bramstedt: Anschluss über Autobahnkreuz an A20  
  • Hamburg: Ausbau 8 Spurig bis zum Autobahnkreuz Hamburg-Süderelbe 
  • Kreuzung mit der A26 am zukünftigen Autobahnkreuz Hamburg-Süderelbe 

A7: Baustellen in der Region 

An der Baustelle auf der A7 bei Kassel bilden sich beinahe täglich Staus. Vor allem auf dem rechten "LKW"-Fahrstreifen. In den ersten 5 Monaten nach der Errichtung der Baustelle ereigneten sich bereits 299 Stau bedingte Unfälle vor der Baustelle.  

Pendler berichteten Ende September bereits von geradezu chaotischen Zuständen auf der A7. Seit der Einrichtung der Baustelle haben sich in dem Abschnitt 527 Verkehrsunfälle ereignet. Seit April verloren dabei 3 Menschen Ihr Leben in diesem Bereich. 

Von den 527 ereigneten sich 317 innerhalb der Baustelle, diese verliefen überwiegend glimpflich. Zwischen April 2018 und 2019 gab es in dem Bereich insgesamt nur 30 Unfälle. 

Aufgrund des rapiden Anstiegs der Unfallzahlen in dem Bereich wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. Unter anderem wurden früh Warnschilder aufgestellt. Auch die Polizei hat in diesem Bereich jetzt einen höheren Fokus auf LKW-Fahrer. Der Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn forderte eine länderübergreifende "Task Force". 

Zuletzt kam es am 19. Februar zu einem folgenschweren Unfall auf der A7. Am Stauende bei Kassel stießen 3 LKW zusammen*, einer ihrer Fahrer überlebte den Unfall nicht. 

Das Stauende auf der A7 wurde auch Ende des vergangenen Jahres einem Transporter-Fahrer* zu Verhängnis. Auch er kam bei dem Unfall zu Tode. 

Video: A7 - Das sind die Geheimtipps an Deutschlands größter Autobahn 

Von Lucas Maier

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