150 Gäste aus Politik und Wirtschaft kamen zum Jahresempfang in das DGB-Haus in Kassel

DGB-Chef Körzell fordert Mindestlöhne

Kassel. Als gesellschaftspolitischen Skandal hat Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, die Zunahme von Niedriglöhnen bezeichnet. Leiharbeit lehnte er entschieden ab. Anlässlich des Jahresempfangs der Region Nordhessen des Deutschen Gewerkschafts Bundes in Kassel forderte er vor gut 150 Gästen aus Wirtschaft und Politik Mindestlöhne.

Nicht nur das Scheitern der Verhandlungen auf Bundesebene um die Hartz IV-Regelsätze geißelte der Gewerkschafter, sondern auch die Arbeitsmarktpolitik. Inzwischen seien bundesweit 21.6 Prozent der Sozialversicherungsbeschäftigten im Niedriglohnsektor beschäftigt, wovon besonders Frauen betroffen seien, sagte Körzell. Vor diesem Hintergrund seien Mindestlöhne „eine Frage des Anstands“. Es gebe ja auch Mindestlöhne für andere gesellschaftliche Gruppen wie Rechtsanwälte und Ärzte, meinte der Referent augenzwinkernd und unter großem Applaus der Gäste. „In Form der Rechtsanwaltsgebührenordnung und der Ärztehonorarverordnung.“

Entschieden sprach sich Körzell gegen die Einführung einer hessischen Schuldenbremse aus, über die bei der Volksabstimmung am 27. März abgestimmt werden soll. Denn die Schuldenbremse sei ein Blankoscheck für eine radikale Spar- und Privatisierungspolitik mit weitreichenden Folgen für die Familien.

Zuvor hatten Michael Rudolph, Regionsvorsitzender des DGB Nordhessen, und Kassels OB Bertram Hilgen die Gäste begrüßt. Ihr gemeinsames Thema: Die Sorge um die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden.

Am Rande der Veranstaltung hatte eine kleine Gruppe gegen den Gewerkschaftsausschluss von drei Mitarbeitern aus dem Daimler-Werk demonstriert. Offenbar hatten die Kollegen sich für die Aufstellung einer Alernativen Liste zu den Betriebsratswahlen stark gemacht.

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