Trotz Arbeit bleibt 1718 Kasselern zu wenig zum Leben

DGB: Niedriglöhne kosten Stadt 3 Mio.

Kassel. Obwohl sie einen Arbeitsplatz haben, haben derzeit 1718 Menschen in Kassel zu wenig Geld zum Leben. Darauf weist der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Nordhessen, Michael Rudolph, in einer Pressemitteilung hin. Auf Nachfrage bestätigte der Geschäftsführer des Jobcenters Stadt Kassel, Detlev Ruchhöft, diese Zahl.

„So wälzen schlecht bezahlende Unternehmen einen Teil der Lohnkosten einfach auf die Gemeinschaft ab“, kritisiert Rudolph. „Der Niedriglohnsektor reißt große Löcher in den Haushalt der Stadt und treibt die kommunalen Soziallasten in die Höhe.“ Der Stadt Kassel entstünden durch die Niedriglöhne Ausgaben von drei Millionen Euro im Jahr.

Die tatsächliche Zahl erwerbstätiger Armer ist noch größer, vermutet der DGB. Viele verzichteten aus Scham oder Unwissenheit auf ihnen zustehende Sozialleistungen. Zudem sei bei diesen Werten die hohe Zahl der Hartz-IV-Empfänger mit Minijobs überhaupt nicht berücksichtigt.

Die Sozialkosten durch den Niedriglohnsektor blieben im Wesentlichen an den Kommunen hängen, sagte Rudolph. Forderungen der Gewerkschaft nach der Einführung von Mindestlöhnen und Lohnerhöhungen nützten somit nicht nur den Beschäftigten, sondern entlasteten auch die kommunalen Haushalte. „Armut trotz Arbeit ist teuer – für die Betroffenen und für die Stadt“, sagte Rudolph. (clm)

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