Wohlfahrtsverbände unterstützen Kasseler Erklärung „Bezahlbarer Wohnraum“

Diakonie fordert: Wohnraum für alle

Kassel. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege unterstützt die wohnungspolitischen Forderungen der Kasseler Erklärung „Bezahlbarer Wohnraum für alle“. Die Erklärung wurde initiiert vom Verein Soziale Hilfe, dem Sozialcenter Kassel der Heilsarmee und dem Diakonischen Werk Kassel. Diskutiert und erweitert worden war die Erklärung vor einem Monat im Rahmen des Sozialpolitischen Forums im Evangelischen Forum.

In der Erklärung heißt es unter anderem: „Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum betrifft nicht nur einkommensarme Menschen, diese aber in besonderem Maße.“ Menschen, die finanziell und sozial stark benachteiligt sind, seien bisher auch ohne Wohnungsknappheit vom allgemeinen Wohnungsmarkt ausgegrenzt. „Dieses Problem hat sich in letzter Zeit in Kassel verschärft.“

In Kassel sei ausreichend attraktiver Wohnraum für einkommensstärkere Personen vorhanden oder solcher entstehe. „Die steigende Zahl der Einpersonenhaushalte, Studenten, alleinstehenden und älteren Menschen und von Personen, die auf Transferleistungen angewiesen sind, erfordert aber eine erhöhte Anzahl von bezahlbaren kleineren Wohnungen“, heißt es.

Die Stadt Kassel und die Wohnungsunternehmen werden in der Erklärung aufgefordert, darauf hinzuwirken, dass

• mehr bezahlbarer Wohnraum für Menschen im Transferleistungsbezug und mit geringem Einkommen neu gebaut wird,

• bei der Ausweisung neuer Baugebiete eine Bebauung mit einem Anteil öffentlich geförderter Wohnungen fest eingeplant wird,

• ausreichend günstiger barrierefreier Wohnraum geschaffen wird,

• energetische Sanierungen im Wohnungsbestand nicht zur Vertreibung der bisherigen Mieter führen,

• nach energetischen Sanierungen eine Bruttomietneutralität erhalten bleibt,

• über den Anteil von kommunal verfügbarem Wohnraum durch Kooperationsvereinbarungen, zum Beispiel mit der Ev. Wohnraumhilfe die Möglichkeit einer Belegungssteuerung ausgeweitet wird,

• auf den Verkauf kommunaler Wohnungsbestände weiterhin verzichtet wird. (chr)

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