Tagestreff „kanapee“ in Hofgeismar unterstützt Wohnungslose

Diakonische Werk Region Kassel hilft in der größten Not

Wohnungslosigkeit ist ein Problem, das nicht nur die städtischen Ballungszentren betrifft, sondern auch auf dem Land.
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Wohnungslosigkeit ist ein Problem, das nicht nur die städtischen Ballungszentren betrifft, sondern auch auf dem Land.

Die Aktion Advent unterstützt auch Organisationen, die sich um Menschen in Not kümmern. Dazu gehört eine Einrichtung des Diakonischen Werks Region Kassel.

Kassel/Hofgeismar ‒ Das Diakonische Werks Region Kassel unterhält in Hofgeismar den Tagestreff „kanapee“ und die Fachberatungsstelle Wohnen. Außenberatungsstellen gibt es zudem in Baunatal, Lohfelden und Wolfhagen. Die Menschen, die dorthin kommen, befinden sich in existenziellen Notlagen. Ihnen droht der Verlust der Wohnung oder sie sind bereits wohnungslos. Ihnen fehlt das Geld für das Nötigste im Leben.

Der Tagestreff „kanapee“ ist eine Aufenthaltsstätte für Menschen in Wohnungsnot und prekären Lebenslagen. Sie finden dort seit mehr als 20 Jahren einen geschützten Raum – um sich aufzuhalten und aufzuwärmen, um zu essen und Wäsche zu waschen, um zu duschen und Gepäck aufzubewahren. Außerdem gibt eine Kleiderkammer, eine Selbsthilfewerkstatt und gemütliche Räume zur Begegnung und Information. Geöffnet ist der Tagestreff von montags bis freitags und im Winter auch jeden Sonntag. Einmal wöchentlich gibt es freitags ein gemeinsames Frühstück und dienstags Beisammensein beim Mittagessen. Und auch sonntags darf geschmaust werden. Dann bieten Ehrenamtliche ein Mittagessen an, die von Mitarbeitern des Diakonischen Werks unterstützt werden.

Die Fachberatung Wohnen hilft Wohnungsverluste zu vermeiden und Wohnungen zu finden. Darüber hinaus bietet das Diakonische Werk in Hofgeismar auch Übergangswohnungen für Wohnungsnotfälle. Im ambulanten betreuten Wohnen sollen ehemals Wohnungslose wieder integriert werden. Neben einer Beratung brauchen die Menschen, die dorthin kommen, auch kleine finanzielle Beihilfen. Für sie sei oft der Ersatz von Ausweispapieren, Telefonkosten oder Zuzahlungen zur medizinischen Versorgung ein Problem, erläutert Sabine Soldan vom Diakonischen Werk.

Ebenso könnten sie sich den Kauf von Lebensmitteln nicht leisten. Oder Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel, um zu Ärzten, Behörden oder Beratungsstellen zu fahren. „Aufgrund der Entfernungen im Landkreis Kassel entstehen schnell erhebliche Fahrtkosten“, sagt sie aus Erfahrung. Mit einer kleinen finanziellen Unterstützung versucht das Team vor Ort, den Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen. Besonders hoch ist der Bedarf, so die Erfahrung, für Bus- und Bahnfahrkarten. Doch der Topf des Diakonischen Werks für diese Hilfen ist begrenzt. „Wir haben in diesem Jahr einen erheblichen Mehraufwand, um diese aufrecht erhalten zu können“, berichtet Soldan.

Die Aktion Advent unterstützt diese Einrichtung, damit sie weiterhin Menschen in Not unter die Arme greifen kann. Eine Not, die durch Corona verstärkt wird. (Helga Kristina Kothe)

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