Dicke Luft

Feinstaub in Wehlheiden: Umweltzone und neuer Busbahnhof sollen helfen

M.Hornung-Grove

Kassel. Die Luft in Wehlheiden sei zu schmutzig – darüber waren sich alle Mitglieder des Ortsbeirats bei ihrer jüngsten Sitzung einig. Doch darüber, welche Maßnahmen man beim Magistrat der Stadt dagegen beantragen sollte, gingen die Meinungen auseinander.

„Wir müssen die EU-Richtlinie zum Feinstaub einhalten“, sagte die stellvertretende Ortsvorsteherin Dr. Marianne Hornung-Grove (Grüne). In Wehlheiden sei dies besonders im Bereich der Schönfelder Straße problematisch. „Ausgleichsmaßnahmen irgendwo auf der Welt sind schön und gut, aber wir müssen den Magistrat dazu auffordern, eine große Umweltzone für ganz Kassel einzurichten.“

Jan Hörmann (CDU) sah das anders. „Umweltzonen sind Placebos. Die Autobahnen durch das Kasseler Becken tragen den meisten Feinstaub hinein und die schmutzige Luft macht nicht an der Stadtgrenze Halt“, argumentierte er. Anstelle der Umweltzonen solle der Gesetzgeber lieber für sauberere und sparsamere Fahrzeuge sorgen. Wenn man also einen Antrag an den Magistrat der Stadt richte, damit er der etwas gegen die Luftverschmutzung in Wehlheiden unternehme, dann solle man keine konkreten Maßnahmen vorschlagen.

Stephan Amtsberg (Grüne) wies darauf hin, dass auch Kaminöfen in den Wohnungen einen großen Teil zum Feinstaub in Wehlheiden beitrügen, wenn sie mit Braunkohle-Briketts befeuert würden.

Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) verwies schließlich auf den nationalen Busverkehr. „Die Fernbusse kommen von der Autobahn und fahren auf dem Weg zum Bahnhof Wilhelmshöhe durch die Schönfelder Straße“, gab er zu bedenken. Jetzt, da die Fernbuslinien nicht mehr dem Monopol der Deutschen Bahn unterliegen, würde dieser Verkehr gewiss zunehmen.

Antrag an Magistrat

Schließlich beschloss der Ortsbeirat mit zwei Gegenstimmen der CDU einen Antrag an den Magistrat. Der soll nun für Feinstaubfilter in Kaminöfen, eine stadtweite Umweltzone und die Verlegung des Fernbus-Bahnhofs weg vom Bahnhof Wilhelmshöhe sorgen. Archivfoto: nh

Von Patrick Kessler

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