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Neue Ausstellung im Naturkundemuseum zeigt dramatische Lage der Elefanten auf

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Von: Bastian Ludwig

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Eines der vielen lebensechten Modelle in der Ausstellung: Museumsleiter Kai Füldner und Kulturdezernentin Susanne Völker in der Sonderausstellung.
Eines der vielen lebensechten Modelle in der Ausstellung: Museumsleiter Kai Füldner und Kulturdezernentin Susanne Völker in der Sonderausstellung. © Andreas Fischer

Am 8. Dezember eröffnet im Naturkundemuseum in Kassel eine neue Sonderausstellung zu Elefanten. Hier erfahren Sie, was es dort zu sehen gibt.

Kassel – Der Elefant ist eng mit der Geschichte der Stadt Kassel und des heutigen Naturkundemuseums verbunden. Im nächsten Jahr ist es 250 Jahre her, dass ein junger indischer Elefant nach Kassel gebracht wurde, wo er in der Menagerie des Landgrafen Friedrichs II. gehalten wurde. Doch erst durch seinen Tod acht Jahre später und die Forschungen von Johann Wolfgang von Goethe an dessen Schädel wurde das Tier berühmt.

Die heutige Ikone des Naturkundemuseums – das Skelett des Goethe-Elefanten – war Ausgangspunkt für die neue Sonderausstellung „Elefanten – Wildtiere und Kulturikonen“, die ab Donnerstag zu sehen ist.

Der Schädel des Goethe-Elefanten, der als Kopie aus dem 3D-Drucker aus nächster Nähe bestaunt werden kann, ist nur ein Höhepunkt der Schau. Wer durch die Sonderausstellung des Museums läuft, erkennt schnell, dass diese viel mehr als Goethes wissenschaftliches Wirken in Kassel zum Gegenstand hat. Anhand von zum Teil lebensgroßen Rekonstruktionen – darunter auch zwei neue Mammuts – schlägt sie einen Bogen von den Vorfahren der heutigen Elefanten bis zu ihrer Verdrängung durch den Menschen in der Gegenwart. An mehreren Mitmachstationen können Erwachsene und Kinder ihr Wissen testen.

So erfahren die Besucher beispielsweise, dass es im Laufe der Evolution 180 Rüsseltierarten gegeben hat. Darunter den 4,50 Meter hohen Europäischen Waldelefanten, der auch im heutigen Kasseler Raum lebte und die in der späteren Eiszeit ebenfalls hier lebenden Wollhaarmammuts noch um einen Meter überragte.

Eine nachgebaute Zirkusszene aus der Ausstellung: Ein Elefant macht Kopfstand.
Eine nachgebaute Zirkusszene aus der Ausstellung: Ein Elefant macht Kopfstand. © Bastian Ludwig

Neben der Naturgeschichte der Tiere liegt ein Schwerpunkt der Sonderschau auf der kulturgeschichtlichen Bedeutung der Dickhäuter. In Asien wurden und werden sie vergöttert und zugleich gequält, um sie als Arbeitstiere gefügig zu machen, wie Museumsleiter Kai Füldner beschreibt. Zudem wird ihre Rolle im Zirkus beleuchtet. „Dort wird der Wille der Tiere gebrochen. Sie werden für die Befriedigung der Schaulust missbraucht.“

Am Ende des Rundgangs widmet sich die Schau der dramatisch sinkenden Population der Elefanten. Während es vor gut 200 Jahren weltweit noch 30 Millionen Tiere gab, sind es heute noch 550 000. Trophäenjagd und Elfenbeinhandel haben ihre Spuren hinterlassen.

Die Ausstellung ist bis September 2023 zu sehen. Anschließend geht sie auf Reise durch weitere Naturkundemuseen. Nur die Mammuts bleiben in der Dauerausstellung in Kassel. Sie ersetzen die aktuellen Mammuts, die in die Jahre gekommen sind. (Bastian Ludwig)

Öffnungszeiten: Di-Sa 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, So 10-18 Uhr.

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