Zweitimpfungen sind gestartet – 85 neue Fälle

Corona in Kassel: Die Ersten sind zum zweiten Mal geimpft

Christian Reyher, Leitender Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie am Klinikum Kassel, bei seiner ersten Impfung
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Parallel zum Start im Impfzentrum haben die ersten Kasseler ihre Zweitimpfung erhalten. Das Foto zeigt Christian Reyher, Leitender Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie am Klinikum Kassel, bei seiner ersten Impfung vor drei Wochen.

Zwei Impfungen sind nötig, um gegen das Coronavirus geschützt zu sein. In Kassel haben nun die ersten Senioren und die ersten Altenheim-Mitarbeiter ihre zweite Spritze bekommen.

Kassel – Parallel dazu hat das Regionale Impfzentrum in Kassel seinen Betrieb aufgenommen. Dazu Fragen und Antworten:

Vor gut drei Wochen wurden die ersten Senioren in und um Kassel geimpft. Wie laufen die Zweitimpfungen an?
Parallel zum Start im Impfzentrum neben dem Auestadion haben am Dienstag vier mobile Impfteams – bestehend aus Ärzten, medizinischen Fachkräften und weiterem Personal – etwa 260 Bewohner und das Personal von Kasseler Senioren- und Pflegeeinrichtungen zum zweiten Mal geimpft. Auch die ersten Mitarbeiter in Kasseler Krankenhäusern haben ihre zweite Impfung erhalten. Im Landkreis starten die Zweit-impfungen am Sonntag. Erst nach beiden Impfungen soll man zu über 90 Prozent gegen das Coranavirus geschützt sein.
Wie viel Zeit muss ich für die Impfung im Kasseler Impfzentrum einplanen?
Im optimalen Fall dauert ein Impfdurchlauf weniger als eine halbe Stunde. Das habe sich am ersten Tag gezeigt, sagt Torsten Müller, medizinischer Leiter des Impfzentrums der Stadt Kassel. Nach der Anmeldung und kurzer Wartezeit dauere der eigentliche Impfvorgang mit Aufklärungsgespräch etwa fünf Minuten. Anschließend folge eine Beobachtungsphase von etwa 15 Minuten in einem weiteren Wartebereich. In dieser Zeit sollen mögliche Unverträglichkeiten gegen das Impfmittel erkannt werden. Nach den 15 Minuten müssen sich die Geimpften nur noch abmelden.
Wer nicht selbstorganisiert ins Impfzentrum kommen kann, kann sich ein Taxi rufen. Wie wird das Angebot genutzt?
Bisher haben sich 63 Senioren bei der Stadt Kassel gemeldet, die einen der bis zum 8. Februar vergebenen Termine ergattert haben und mit dem Taxi anreisen wollen. Die Kosten für die Fahrt übernimmt die Stadt.
Neben diesen Gutscheinen der Stadt gibt es für über 80-Jährige aus Stadt und Kreis Kassel auch die Möglichkeit, das Angebot von Protex zu nutzen: Das Sicherheitsunternehmen hat zusammen mit dem Autohaus Dürkop, dem Verein Sempers und der Jumpers-Jugend einen kostenlosen Fahr- und Begleitservice in die Impfzentren organisiert. Senioren, die einen Termin in einem Impfzentrum haben und eine Begleitung benötigen, können sich werktäglich zwischen 9.30 und 16 Uhr unter Tel. 05 61/820 79 580 melden.
Ich habe mich für die Impfung registriert, aber mangels Impfstoff keinen Termin erhalten. Verfällt jetzt meine Registrierung?
Diese Frage stellt eine über 80-jährige Leserin aus Niestetal, die – wie sie berichtet – nach viel Zeitaufwand endlich eine Registriernummer zum Impfen bekommen hat. Wenn sie aber im Internet die Seite mit dem zugeteilten Link aufrufe, werde ihr mitgeteilt, dass es weder Impfstoff noch Termine gebe. Hessens Innenminister Peter Beuth hat dazu jetzt noch einmal erklärt, dass erfolgreich Registrierte, die keinen Termin erhalten haben, gespeichert bleiben. Registrierungen seien weiterhin möglich, nur die konkrete Terminvereinbarung könne erst wieder erfolgen, sobald dafür Impfdosen planbar vom Bund zur Verfügung gestellt würden.
Wann kommen pflegende Angehörige bei den Impfungen an die Reihe?
Auch diese Frage hat eine HNA-Leserin gestellt. Sie hat einen Sohn, der schwerstbehindert ist und ohne Begleitung keine Termine wahrnehmen kann. In diesem Fall, so die Leserin, wäre es doch sinnvoll, wenn sie und ihr Sohn zusammen geimpft würden. Das kann auch geschehen: Wenn jemand einen Angehörigen zuhause pflegt, gehört er zur Gruppe der Menschen mit hoher Priorität – also zur zweiten Gruppe, die geimpft wird. Das gilt allerdings nur dann, wenn auch die gepflegte Person einen Anspruch mit hoher oder höchster Priorität auf die Impfung hat. Menschen mit einer geistigen Behinderung gehören zur zweiten Impfgruppe, Menschen mit einer körperlichen Behinderung werden nicht als eigene Gruppe erwähnt.
Wie haben sich die Infiziertenzahlen in Stadt und Landkreis entwickelt?
Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind sie von Dienstag auf Mittwoch wieder deutlich gestiegen. Gemeldet werden 85 Neuinfizierte in Stadt und Kreis. Die Zahl der aktuell Infizierten liegt bei 939, das sind 55 mehr als am Vortag. 104 Infizierte müssen in Krankenhäusern behandelt werden, 26 davon auf einer Intensivstation. 27 weitere Menschen gelten als genesen, allerdings gibt es auch drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus zu beklagen.
Wie viele Infizierte werden momentan beatmet?
Laut des DIVI-Intensivregisters wurden am Mittwoch 17 Patienten in der Stadt Kassel invasiv – also über einen Schlauch in die Luftröhre – beamtet, im Landkreis waren es zwei. Der Anteil der Covid-19 Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten lag in Kassel am Mittwoch bei 15,89 Prozent, im Landkreis bei 8,82 Prozent.
Wie wirken sich die aktuellen Zahlen auf die Inzidenzwerte aus?
Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist von Dienstag auf Mittwoch leicht gestiegen. Kassel ist aber nach wie vor die Region in Hessen mit der niedrigsten Inzidenz und die einzige, die unter dem Schwellenwert ab 75 Neuinfektionen in der letzten Woche pro 100 000 Einwohner liegt. Das Gesundheitsamt hat am Mittwoch den Inzidenz-Wert für Kassel mit 70,4 (Vortag: 67,9) und für den Landkreis mit 112,4 (Vortag: 105,6) angegeben.

(Andreas Hermann und Marie Klement)

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