Nach Schnee-Chaos besonders deutlich

Kasseler Innenstadt von Müll-Flut überschwemmt: „Das ist keine Besonderheit“

Neben dem Obelisken in der Treppenstraße quillt ein Mülleimer über, darin lauter Einwegverpackungen.
+
Neben dem Obelisken in der Treppenstraße quillt ein Mülleimer über, darin lauter Einwegverpackungen.

Überfüllte Abfalleimer und Müll in den Straßen waren unter anderem das Ergebnis des vergangenen Schnee-Chaos in Kassel. Sowas sei allerdings keine Seltenheit.

Kassel – Am Wochenende hat man ihn wieder an vielen Stellen in der Kasseler Innenstadt beobachtet: achtlos in die Landschaft entsorgten Verpackungsmüll. Die Stadtreiniger Kassel setzen sich für Mehrwegverpackungen ein, um der Müll-Flut vorzubeugen.

Achtlos weggeworfener Verpackungsmüll, verstreut auf Wiesen und Bürgersteigen? „Das ist keine Besonderheit“, sagt Birgit Knebel, Pressesprecherin der Stadtreiniger Kassel. Augenscheinlich ist dies die neue Normalität, nicht erst seit Corona-Zeiten.

Müll-Flut nach Schnee-Chaos in Kassel: Abfalleimer quellen über

Wer am Wochenende bei herrlichem Sonnenschein in der Kasseler Fußgängerzone spazieren ging, der bekam hier und dort den Eindruck, öffentliche Plätze seien eine Müllkippe. Auf dem Friedrichsplatz quollen Einwegkaffeebecher und Pizzakartons aus Mülleimern, oder sie wurden gleich in der Landschaft entsorgt. Doch wie kommt es dazu?

Die schneereichen Tage sind nur ein Teil der Antwort in Bezug auf nicht geleerte Eimer. Das Tauwetter hat dafür gesorgt, dass alter Müll wieder sichtbar ist. Doch es gebe schon länger einen Anstieg an Verpackungsmüll, sodass die Stadtreiniger häufiger die Mülleimer leeren müssten, erklärt Birgit Knebel.

Birgit Knebel, Pressesprecherin Stadtreiniger Kassel

Kassel: Stadtreiniger sehen To-go-Verpackungen als Grund von Müll-Zuwachs

Sie sieht die Ursache für die Vermüllung im Trend zu To-go-Verpackungen. Zwar gebe es auch in Kassel vereinzelt Cafés und Restaurants, die Mehrweg-Becher und Geschirr anböten. Doch die Regel seien Einwegverpackungen. Der Lockdown begünstige die Müll-Flut, da die Gerichte nicht mehr am Tisch verzehrt werden dürften. Dennoch müsse der Müll nicht zwangsläufig in der Landschaft landen. „Aber viele Leute sind nicht bereit, ihren Müll in den nächsten freien Abfalleimer zu werfen“, sagt Birgit Knebel. In der Wissenschaft werde dieses Verhalten „Littering“ genannt.

Doch das illegale Entsorgen des eigenen Mülls sei nur das eine Problem. Dass überhaupt so viele Einwegverpackungen benutzt würden, sei problematisch. „Das verursacht einen enormen Ressourcenverbrauch“, beklagt die Pressesprecherin. Sie plädiert für Mehrwegsysteme. „Einige Kasseler Cafés bieten wiederverwendbare Becher an, und in manchen Geschäften gibt es einen Rabatt, wenn man den eigenen Becher mitbringt.“ (Paul Bröker)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.