Generalmusikdirektor Patrik Ringborg

HNA-Open-Air: „Die Konzert-Idee ist geklaut“

Gute-Laune-Musik in der Karlsaue: Patrik Ringborg beim HNA-Open-Air-Konzert 2011. Foto: Koch

Kassel. Dass es 2012 wegen der documenta 13 kein HNA-Open-Air-Konzert des Staatsorchesters in der Karlsaue geben konnte, wurde weithin bedauert - das Musik-Ereignis mit Picknick ist seit 2008 für viele Nordhessen bereits eine lieb gewordene Tradition. Am Samstag ab 20 Uhr ist es aber wieder so weit.

Dann beginnt das fünfte Konzert unter dem Motto: „Kassel erleben!“. Wir sprachen mit dem „Erfinder“ der Reihe, Generalmusikdirektor Patrik Ringborg.

Herr Ringborg, wie kamen Sie auf die Idee, zusammen mit der HNA ein großes Orchesterkonzert unter freiem Himmel zu veranstalten?

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Patrik Ringborg: Die Idee habe ich aus meiner Heimatstadt Stockholm geklaut. Dort veranstalten die Philharmoniker zusammen mit einer Zeitung seit Jahren solche Konzerte, zu denen regelmäßig zwischen 25 000 und 30 000 Menschen kommen. Ich dachte, so etwas müsste sich auch in Kassel realisieren lassen.

Schon das erste Konzert in Kassel 2008 war ein großes Ereignis. Damals kamen 15 000 Menschen auf die Karlswiese, beim vierten Konzert 2011 waren es sogar 30 000. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Ringborg: Der Erfolg ist in Kassel sogar noch größer, denn Stockholm hat 1,4 Millionen Einwohner und Kassel nur knapp 200 000. Es ist die entspannte, zwanglose Atmosphäre an einem Sommerabend im Freien, die viele anzieht. Und diejenigen, die beim ersten Mal dabei waren, haben es weitererzählt, und durch Mundpropaganda sind es jedes Mal mehr geworden.

Was machen Sie in Kassel anders als in Schweden?

Ringborg: In Stockholm ist das Programm auf Crossover ausgerichtet, es wird immer auch ein Popstar eingeladen. Wir machen in Kassel während der Saison schon viele Cross-over-Konzerte, sodass wir beim Open-Air-Konzert etwas „klassischer“ auftreten und auf unsere eigenen Stars aus dem Opernensemble setzen.

Ein so großes Konzert im Freien bringt Unwägbarkeiten mit sich. Wovor fürchten Sie sich am ehesten? Vor Regen, vor Gewitter?

Ringborg: Nein, Stromausfall! Regen haben wir beim Open Air aus Prinzip nicht.

Letztes Mal gab es ein Wunschkonzert. Warum nicht auch diesmal?

Ringborg: Weil es viele schmissige Stücke gibt, die man nicht so gut kennt - oder nur vom Hören und nicht dem Titel nach. Die hätten bei einem Wunschkonzert keine Chance. Ich fand es schade, dass 2011 der „Säbeltanz“ von Chatschaturjan rausfiel. Den spielen wir diesmal. Aber nächstes Jahr machen wir auch wieder ein Wunschkonzert.

Was ist denn diesmal anders als in den vergangenen Jahren?

Ringborg: Alles wollen wir ja nicht schon vorher verraten! Also: Auf das Feuerwerk wird man etwas warten müssen. Ich kann auch sagen, dass es eine Art Publikumswette geben wird. Wie die aussieht? Da müssen Sie sich überraschen lassen.

Samstag, 20 Uhr, Karlsaue vor der Orangerie: Open-Air-Konzert des Staatsorchesters mit Solisten. Dirigent: Patrik Ringborg, Moderation: Insa Pijanka. Ab 18 Uhr Gastronomie. Picknick-Utensilien und Stühle müssen mitgebracht werden.

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