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Die KVG wird 125 Jahre alt

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Von: Thomas Siemon

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Für die KVG im Einsatz: Die Straßenbahnfahrerinnen Melanie Lötzerich (links) und Eileen Prieg vor der Jubiläumsbahn zum 125-jährigen Bestehen des Verkehrsunternehmens.
Für die KVG im Einsatz: Die Straßenbahnfahrerinnen Melanie Lötzerich (links) und Eileen Prieg vor der Jubiläumsbahn zum 125-jährigen Bestehen des Verkehrsunternehmens. © Andreas Fischer

Vom Druseltal aus ist gestern die Jubiläumsbahn der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) gestartet. Das Unternehmen feiert sein 125-jähriges Bestehen und bezieht sich damit auf die Gründung der Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft im Jahr 1897. Damals sei Kassel nach Paris und Kopenhagen die erste Stadt auf dem Kontinent gewesen, in der eine Straßenbahn fuhr, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle bei der kleinen Feierstunde.

Kassel – Ob das Druseltal eine Endhaltestelle bleiben werde, dazu wollte er sich nicht konkret äußern. Pläne für die Reaktivierung der Herkulesbahn würden geprüft. Da gebe es mit Sicherheit größere Schwierigkeiten zu überwinden.

Damit hat die KVG im Laufe ihrer langen Geschichte schon einige Erfahrungen gemacht. Als in den 1970er-Jahren in anderen Städten das große Straßenbahnsterben seinen Höhepunkt erreichte, gehörte Kassel zu den wenigen Ausnahmen. Heute sei man stolz darauf, dass neue Strecken ins Lossetal, auf der Helleböhnlinie, nach Baunatal und nach Vellmar realisiert wurden, sagte Geselle. Und erinnerte an die Widerstände, die es hier ebenso gab wie beim Ausbau der Regiotram. Durch die Schienenverbindungen sei die Region zusammengewachsen, sagte Geselle. Befürchtungen, dass Grundstücke, die in der Nähe von Gleisen liegen, an Wert verlieren könnten, hätten sich nicht bestätigt. Das Gegenteil sei der Fall. Seit der Eröffnung der Strecke nach Vellmar sind allerdings bereits elf Jahre vergangen. Andere Projekte wie die Bahn nach Harleshausen oder über Waldau nach Lohfelden sind bislang über das Planungsstadium nicht hinausgekommen.

Trotzdem hat die KVG in ihrem Jubiläumsjahr einige Neuerungen zu bieten. Die Bahn, die mit dem 125-Jahre-Schriftzug durch die Stadt fährt, stammt aus dem Jahr 2012. Jetzt sollen 40 neue Straßenbahnen im Wert von rund 130 Millionen Euro für eine deutliche Verjüngung des Fahrzeugparks sorgen. Nach Angaben des KVG-Vorstandsvorsitzenden Michael Maxelon steht auch die Busflotte vor einem Technologiesprung. Mit zunächst zwölf vollelektrischen Bussen wolle man das klimafreundliche Angebot erweitern. Zudem sollen Elektro-Kleinbusse dazu beitragen, das Angebot flexibler zu machen. Diese Busse sollen auf Anforderung fahren, die KVG nennt das On-Demand-Verkehr.

Die KVG könne mit ihren gut 800 Beschäftigten jedenfalls auf eine stolze Geschichte zurückblicken, sagte Oberbürgermeister Geselle. Täglich würden gut 120 000 Fahrgäste in den Bussen und Bahnen des Unternehmens befördert, zudem sei man an der Regiotram-Gesellschaft beteiligt. Die Straßenbahn gehöre zu Kassel. Und das übrigens nicht erst seit 1897. Die ersten Pferdebahnen und dampfbetriebene Fahrzeuge waren schon gut 20 Jahre früher unterwegs. Damals wie heute auf der Linie 1 zwischen Wilhelmshöhe und der Innenstadt. (Thomas Siemon)

Aus dem Jahr 1888: Diese Dampfbahn war zwischen der Oberen Königsstraße und der Wilhelmshöher Allee unterwegs.
Aus dem Jahr 1888: Diese Dampfbahn war zwischen der Oberen Königsstraße und der Wilhelmshöher Allee unterwegs. © Stadtmuseum

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