Start mit ungewöhnlicher Metal-Party

Die lauteste Bar Kassels: Goldgrube öffnet als erster Club nach der Corona-Pause

Nicht nur Metal-Fans fühlen sich hier zuhause: Markus Maifeld (Mitte) und Sönke Baller von der Moshpit Crew freuten sich auf die „lauteste Party Kassels“, mit der ihr Club Goldgrube am Freitag wieder geöffnet hat. Das freut auch Maifelds Tochter Pilar.
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Nicht nur Metal-Fans fühlen sich hier zuhause: Markus Maifeld (Mitte) und Sönke Baller von der Moshpit Crew freuten sich auf die „lauteste Party Kassels“, mit der ihr Club Goldgrube am Freitag wieder geöffnet hat. Das freut auch Maifelds Tochter Pilar.

Wegen Corona dürfen Clubs bislang nicht öffnen. Darum wagt die Kasseler Goldgrube nun als Bar den Neustart. Nicht nur Metal-Fans sollen auf ihre Kosten kommen.

Kassel – Freitagabend konnte Markus Maifeld etwas sehen, was es sonst nicht gibt. Der Betreiber des Live-Clubs Goldgrube in der Nordstadt von Kassel hatte zu „Kassels lautester Party“ eingeladen. DJ Tobi legte Metal-Musik auf, die Gäste mussten aber an ihren Tischen sitzen. Wegen Corona sind Club-Betrieb und Tanzen in Hessen nach wie vor verboten. Die Goldgrube ist vorerst also eine sehr laute Bar. Einige Gäste haben am Tisch ihre lange Mähne geschüttelt. „Headbangen kann man zwar im Sitzen schon, aber es sieht albern aus“, sagt Maifeld.

Trotzdem ist der 40-Jährige überzeugt: „Alles ist besser als nichts.“ Darum kommt die Goldgrube als einer der ersten heimischen Clubs aus der Corona-Pause zurück. Das letzte Konzert fand hier am Freitag, dem 13. März 2020 statt. Maifeld wird das Datum so schnell nicht vergessen.

Club Goldgrube in Kassel startet nach Corona-Pause als Bar durch

Nun soll es jeden Freitag und Samstag wieder Partys geben – nur eben unter Pandemie-Bedingungen. Statt knapp 200 Gästen, die sonst zu ausverkauften Konzerten kommen, dürfen maximal 50 in den Keller-Club an der Eisenschmiede. Alle müssen negativ getestet, doppelt geimpft oder genesen sein. Nur am Platz darf die Maske abgenommen werden.

Einige der Stammgäste werden zweimal hinschauen müssen, um ihren Lieblingsclub wiederzuerkennen. Mit seinen Kumpels der Moshpit Crew, mit denen Maifeld schon seit mehr als einem Jahrzehnt Metal-Konzerte in Kassel veranstaltet, hat er einiges verändert. Die Bühne ist ebenso größer geworden wie das Mischpult. In Sound- und Lichtanlagen steckt eine komplett neue Technik. Und auch die Lüftungsanlage wurde modernisiert.

Mehrere zehntausend Euro hat Maifeld in die Goldgrube gesteckt, die er seit 2018 führt. Gründer Udo Schulze, der den Club zum Treffpunkt für Musik-Fans jenseits des Mainstream-Geschmacks gemachte hatte, war kurz zuvor gestorben.

Club Goldgrube in Kassel: Dank Spenden und Staatshilfe durch Corona-Krise

Mit seinen Mitstreitern sammelte Maifeld in der Pandemie 13.000 Euro über eine Spendenkampagne im Netz. Und er nahm einen Kredit auf. Sein Vermieter unterstützte ihn. Zudem gab es Überbrückungshilfen. Der Schlosser und Familienvater, für den der Club lediglich ein Nebenerwerb ist, lobt die staatlichen Hilfen: „Das hat geholfen, dass es den Clubs besser geht.“

Bis alles fertig war, hat es dann doch länger gedauert. Wie es nun weitergeht, weiß auch Maifeld nicht: „Als Bar sehen wir uns nicht.“ Auch wenn die Goldgrube am Freitag den inoffiziellen Titel „lauteste Bar Kassels“ erringen könnte. Für September sind wieder regelmäßige Konzerte geplant.

Ein erster Gothic-Auftritt am vorigen Wochenende lief schon mal ganz gut. Ein Metal-Konzert mit Sitzplätzen kann sich Maifeld jedoch nur sehr schwer vorstellen. Eintritt soll erst wieder erhoben werden, wenn das Tanzverbot aufgehoben und die Goldgrube wieder ein echter Club ist. (Matthias Lohr)

Chillen statt Tanzen: Die strengen Corona-Regeln haben Clubbetreiber in Kassel verunsichert.

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