Interview zur Hessentags-Aktion für Hochwasser-Opfer

Peter Maffay: „Die Leute brauchen dringend Hilfe“

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Peter Maffay

Kassel. Feiern und Gutes tun: Wir sprachen mit Peter Maffay über den Hessentag und die Hochwasserkatastrophe. Hilfe für die Flutopfer sind für den Rockstar eine "nationale Angelegenheit".

Herr Maffay, Sie haben selbst schon für die Opfer dieser fürchterlichen Flutkatastrophe gespendet. Beim Hessentag heißt das Motto nun „Feste feiern - feste spenden“. Was halten Sie von dem Gedanken, an Tagen des Feierns an die zu denken, denen nicht nach feiern zumute ist?

Peter Maffay: Die Flut, die ganzen Überschwemmungen, die Familien, die darunter leiden, das ist eine nationale Angelegenheit. Das ist nicht nur eine Angelegenheit der betroffenen Gebiete und der dafür zuständigen Behörden, das erfordert nicht nur die Solidarität der Menschen in diesen Gebieten, sondern aller Menschen, auch derer, die nicht direkt unter den Gegebenheiten leiden müssen.

Ich finde das Engagement der Menschen beeindruckend - das ist der wahre Zusammenhalt, den wir in unserer Gesellschaft brauchen! Die Leute, die betroffen sind, benötigen diese Hilfe dringend. Und je mehr mitmachen, desto besser! Deshalb finde ich die Idee, das Motto dieser Veranstaltung vor diesen Hintergrund zu stellen, großartig.

Sie spielen beim Hessentag im Auestadion in Kassel. Werden Sie das Konzert nutzen, um für diese Spendenaktion zu werben?

Maffay: Natürlich! Da die Veranstalter die Initiative ergriffen haben, die Erträgnisse aus diesem Konzert den Flutopfern zur Verfügung zu stellen, werden wir noch einmal darauf hinweisen, dass wir alle diesen Gedanken gut finden und darum bitten, dass alle Beteiligten, die da sind - falls sie das wünschen - zusätzlich noch etwas obendrauf legen.

Wenn man die Bilder sieht, wie ganze Dörfer im Wasser untergehen und Existenzen vernichtet werden, wie nimmt Sie das als Betrachter mit?

Maffay: Ich denke, dass es einem selber passieren kann, und dann ist man dankbar, wenn es Anteilnahme und Hilfestellungen aus anderen Teilen der Bevölkerung gibt. Wir dürfen nicht übersehen, dass wir irgendwann in einer ähnlichen oder anderen Form selber betroffen sein können, und dann ist es wichtig, dass es rechts und links Leute gibt, die einem Hilfestellung geben.

Kann man aus solchen Umweltkatastrophen mitten in Europa etwas lernen?

Maffay: Man könnte und müsste eigentlich herausfinden, ob diese Veränderungen in der Natur nicht letztendlich doch menschgemacht sind. Und wenn sie das sind: Was müssen wir an unserem Verhalten ändern, damit sich das in dieser Intensität und Häufigkeit nicht wiederholt? Klimawandel ist eine Geschichte, der man begegnen kann. Das ist dann bereits eine globale, keine nationale Angelegenheit mehr. Da geht es noch eine Stufe weiter. Auswirkungen von Fehlverhalten wie ökologischer Raub irgendwo am Ende der Welt tangieren uns in null Komma nichts.

Da entstehen Wetterverschiebungen, die über den Globus wirken. Wir müssten anfangen, ernsthaft etwas dagegen zu tun: Die Emissionen herunterfahren, die Erderwärmung verlangsamen, mehr regenerierbare Energien nutzen, auf fossile Energien verzichten. Die Palette ist groß. Das alles müsste man wohl anfangen, um diesem Effekt, der in der Natur bereits ganz deutlich auszumachen ist, zu begegnen.

Wie lautet die Botschaft an die Besucher des Hessentages?

Maffay: Feste feiern und feste spenden!

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