„Die Schule muss bleiben“

Jugendliche protestierten für Erhalt der Eichendorff-Gesamtschule

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Demonstration: An der Joseph-von-Eichendorff-Schule in Bettenhausen protestierten Schüler. „Nehmt uns unsere Schule nicht weg“, forderten sie auf Bannern. Fotos: Hein

Bettenhausen. Die Schüler der Joseph-von-Eichendorff-Schule haben gestern die Öffentlichkeit und auch Teile der Schulgemeinde mit einer Protestaktion überrascht. Ursprünglich als Flashmob auf dem Königsplatz geplant, hatte die Schülervertretung schließlich zur Demo auf dem Schulhof aufgerufen.

„Wir bleiben hier“, skandierten die Schüler. Auf ihren Plakaten standen Sprüche wie: „Diese Schule ist unsere Zukunft in Kassels Osten.“ Die Jugendlichen reagierten auf einen HNA-Artikel, in dem unter der Überschrift „Eichendorff-Schule vor der Schließung“ davon die Rede war, dass sich die Schule an der Eichwaldstraße laut Stadtbaurat Christof Nolda „in einem erbärmlichen Zustand“ befindet. Eine Generalsanierung koste 14,8 Millionen Euro und könnte wegen Geldmangels frühestens ab 2020 erfolgen.

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„Das ist Rufmord“, stand auf einem Plakat der Schüler. Schauen Sie sich doch unsere Schule an, die ist doch in einem korrekten Zustand“, sagt Michaela Ebentraud (15). „Wir fühlen uns alle wohl hier und möchten, dass unsere Schule erhalten bleibt“, sagt Semra Yazicioglu (15) von der Schülervertretung. „Die Schüler gehen ihren Weg zum mündigen Bürger und beweisen ihre Kompetenz zur demokratischen Auseinandersetzung“, kommentiert Schulleiter Jörg Hapke die Aktion. Die Schulgemeinde ist die Diskussionen zur Zukunft der Schule leid. „Wir wollen endlich Klarheit“, heißt es aus dem Lehrerkollegium.

„Das Kultusministerium macht keine Schule zu, sondern wir genehmigen Schulentwicklungspläne, die der Schulträger, also die Stadt, erarbeitet“, sagt Christian Henkes, Sprecher von Kultusministerin Nicola Beer. In Wiesbaden werde der Protest der Schüler respektiert. Doch wenn sich nur 30 Kinder für den neuen Jahrgang 5 angemeldet haben, sei das für eine kooperative Gesamtschule zu wenig. Besuchten 2005 noch 659 Schüler die Eichendorff-Schule, so sind es heute 420. Der Schulentwicklungsplan werde zurzeit noch bearbeitet.

Schuldezernentin Anne Janz: „Die Eichendorff-Schüler haben eine gute Schule. Das soll auch so bleiben.“ Mit Oberbürgermeister Hilgen sei sie in Wiesbaden gewesen, um Beer auf die besondere Schulsituation im Kasseler Osten hinzuweisen und um für das Konzept der Eichendorff-Schule zu werben. „Jetzt liegt der Ball in Wiesbaden.“

Von Christina Hein

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