Eine junge Familie wünscht sich seit Langem ein Eigenheim

Die unendliche Suche nach einem Haus in Kassel

Junge Familie sucht einen Ort zum Leben: Stephan und Sophia Mummert mit ihren beiden Kindern.
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Junge Familie sucht einen Ort zum Leben: Stephan und Sophia Mummert mit ihren beiden Kindern.

Trotz der Coronakrise ist die Nachfrage nach Eigenheimen in Kassel ungebrochen. Wir stellen eine junge Familie und ihre verzweifelte Haussuche vor. Sie steht beispielhaft für viele weitere.

Kassel – So schwer kann das doch nicht sein. Das dachten Sophia und Stephan Mummert aus Kassel, als sie vor zweieinhalb Jahren mit der Suche nach einem Haus in der Stadt Kassel begonnen haben. Doch nach Annoncen, Flyeraktionen, ewigen Recherchen auf Online-Börsen und Aushängen sowie einer ganzen Reihe von erfolglosen Besichtigungen sind die beiden ziemlich ernüchtert. Dabei wünscht sich die junge Familie mit einem Sohn und einer Tochter dringend mehr Platz.

Die Mummerts wohnen im Kasseler Flüsseviertel. Eigentlich ist alles perfekt, wäre ihre Mietwohnung mit drei Zimmern nicht etwas zu klein. Zumal Sophia Mummert (32) als Lehrerin arbeitet und ein Arbeitszimmer benötigt. „Da fehlt dann der Platz für ein Kinderzimmer“, sagt ihr 37-jähriger Mann, der als Sozialarbeiter im öffentlichen Dienst angestellt ist.

Als der gebürtige Eschweger und seine aus Berlin stammende Frau mit der Suche nach einem Eigenheim in Kassel begannen, waren sie noch guter Dinge. „Wir dachten, so schwer würde die Sache nicht sein“, sagt Stephan Mummert. Zumal die finanziellen Verhältnisse gesichert seien.

Sie sollten sich täuschen. Zwar hatten sie schon einige Besichtigungstermine, dabei sei der Andrang aber oft so groß gewesen, dass sie nicht zum Zug gekommen seien. „Diese Massentermine bei Besichtigungen sind echt abschreckend. Da ist man eine Nummer und kommt mit den Eigentümern kaum ins Gespräch“, erzählt der 37-Jährige. Dabei seien sie durchaus an der Geschichte von Häusern und deren Eigentümern interessiert. Gerade wenn Makler mit im Boot seien, werde oft Druck aufgebaut, schnell eine Entscheidung zu treffen. „Ich kaufe nur einmal im Leben ein Haus, da will ich die Chance haben, mir das Haus in Ruhe anzusehen“, sagt der Familienvater.

Bei ihrem Traumhaus sind die Mummerts inzwischen gar nicht mehr so wählerisch, wie sie sagen. „Wir wissen, dass wir Kompromisse machen müssen“, sagt Sophia Mummert. Weder bei den Stadtteilen wollen sie ihre Suche beschränken, noch bei der Art des Hauses.

Weil sie sich in Kassel aber eingelebt hätten und auch ihre Kinder hier in die Kita gehen, wollen sie die Stadt nicht verlassen. „Wir lieben die Mischung aus Großstadt und Nähe zur Natur“, erzählt die junge Mutter. Auch können sie sich vorstellen, selber zu bauen. Allerdings seien freie Grundstücke noch schwerer zu finden als frei werdende Häuser.

Ihre jüngsten Hoffnungen hatten sie in Flugblätter gesteckt. Die liebevoll gestalteten Karten hatten sie hundertfach in Wohnvierteln verteilt. Doch auch das führte nicht zum Erfolg. Die Hoffnung wollen sie aber nicht aufgeben. (Bastian Ludwig)

Kontakt zur Familie: stephan.mummert@web.de oder 0178/ 509 19 32

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