Helena Swiderski lebt in Arizona

So erlebt eine Kasselanerin die Wahl in den USA

 Die gebürtige Kasselerin Helena Swiderski mit ihrem Freund Diego und ihrer Tochter Hailey.
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Als dieses Bild enstand, war die Situation in den USA noch nicht so angespannt wie derzeit: Die gebürtige Kasselerin Helena Swiderski mit ihrem Freund Diego und ihrer Tochter Hailey.

Tucson – Die Kasselanerin Helena Swiderski verfolgt das Geschehen rund um die US-Wahl ganz genau – wohl noch genauer als viele andere Deutsche. Denn: Die 36-Jährige lebt in Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Der Ausgang der Wahl hat somit direkten Einfluss auf ihren Alltag in den Vereinigten Staaten.

„Mein Partner und ich beobachten die Wahl sehr intensiv“, sagt sie. Die Stimmung im Land sei momentan sehr schlimm. „Republikaner greifen Demokraten an und Demokraten Republikaner. Viele Freunde und Familien haben Auseinandersetzungen miteinander und man spürt, wie gespalten das Land ist“, erzählt sie.

Swiderski arbeitet als Zulassungsberaterin für die Southern New Hampshire University, eine der größten Online-Universitäten Amerikas. Vor sechs Jahren ist sie mit ihrem Ex-Mann in die USA gezogen, lebt dort nun mit einem neuen Partner und ihrer Tochter. „Die Wahl selbst macht mir Angst, ich unterstütze keinen der Kandidaten“, verrät sie. Was ihr besonders Sorgen bereite: Dass sie ihre Tochter in einem Land aufzieht, das von Hass gespalten ist. „Und nun muss ich ihr erklären, warum sich die Menschen hier so extrem verhalten“, sagt die deutsche Auswanderin, die vor allem gewaltsame Proteste fürchtet.

US-Wahl: Angst vor gewaltsamen Protesten ist groß

So habe sie schon mitbekommen, wie in größeren Städten des Landes Geschäfte verbarrikadiert wurden, um auf Krawalle vorbereitet zu sein. In Tucson, einer Stadt mit knapp 530 000 Einwohnern, habe sie so etwas noch nicht gesehen. Allerdings lebe sie auch etwas außerhalb der Innenstadt.

Dennoch: Die Angst vor gewaltsamen Protesten ist groß. „Beim Einkaufen ist es sehr auffällig, dass dort aktuell nicht nur Toilettenpapier, Küchenrollen und Konservendosen fehlen. Auch Munition für Waffen ist nirgends zu bekommen“, sagt sie. Was Swiderskis Sorgen bestätigt: Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet, habe sich in der Nacht zu Donnerstag vor einem örtlichen Behördengebäude im Bezirk Maricopa County in Arizona eine Gruppe von Trump-Anhängern versammelt – teils waren diese mit Automatikgewehren bewaffnet.

Doch Swiderski sorgt sich nicht nur um die amerikanische Gesellschaft, auch ihr Partner wäre von größeren Ausschreitungen betroffen. „Er ist bei der amerikanischen Nationalgarde und hat mir erzählt, dass seine Einheit bereitstehen muss, sollte es zu größeren Krawallen kommen“, erzählt sie. Auch über einen möglichen Bürgerkrieg hätten die beiden schon gesprochen.

Swiderski hoffe darauf, dass es so weit nicht kommt und weitere gewaltsamen Ausschreitungen ausbleiben. Selbst dann, wenn der Wahlsieger feststeht. (Von Pascal Spindler)

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