Mann konnte Strafe selbst nicht zahlen

Dieb wurde aus Gefängnis „ausgelöst“ - 39 Euro waren bereits abgesessen

Kassel/Wiesbaden. Der 20-jährige Strafgefangene, der eine Geldstrafe von 69 Euro nicht zahlen konnte und deshalb eine 23-tägige Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen sollte, ist aus dem Gefängnis „ausgelöst“ worden. Am Donnerstagnachmittag bezahlte ein 68-jähriger Mann aus Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis) an der Pforte der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden die noch offene Reststrafe.

„Das waren nur noch 30 Euro“, so der Schwalmstädter gegenüber der HNA. Die Differenz von 39 Euro hatte der verurteile Dieb bereits abgesessen.

Nach Angaben von Wolfgang Ommert, Sprecher des Hessischen Justizministeriums, kümmerte sich nach der Entlassung zunächst ein Gefangenenseelsorger um den 20-jährigen Letten. Zudem habe der Mann eine Busfahrkarte bekommen, um nach Berlin fahren zu können. Das sei sein Wunsch gewesen.

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Ein offener Haftbefehl wegen Diebstahls der Staatsanwaltschaft Berlin hatte dazu geführt, dass der wohnsitzlose Lette am 13. September bei einer Kontrolle der Polizei in Kassel festgenommen worden war.Zunächst war er im Gefängnis in Wehlheiden inhaftiert, kam anschließend in die JVA nach Wiesbaden.

Der Mann war in Berlin zu einer Geldstrafe von 69 Euro (23 Tagessätze á drei Euro) verurteilt worden. Da er die Strafe nicht gezahlt hatte (auch nicht in Form von gemeinnütziger Arbeit) sollte der Lette die 23 Tagessätze absitzen.

Ein Tag in einem hessischen Gefängnis kostet um die 100 Euro pro Insasse. (use)

Rubriklistenbild: © dpa

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