Elf Tonnen Edelmetall gestohlen

Diebstahl bei VW: Sechs Männer vor Gericht

Kassel/Baunatal. Zwei Männer aus Kassel sollen im Jahr 2008 etwa elf Tonnen edelmetallhaltige Katalysatorenreste von VW gestohlen haben. Den sogenannten Monolithenbruch, der laut Staatsanwaltschaft einen Verkehrswert von rund 900.000 Euro hat, sollen die beiden weiterverkauft haben.

Wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandendiebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei müssen sich die beiden Kasseler im Alter von 31 und 39 Jahren am Mittwoch auf der Anklagebank des Kasseler Landgerichts verantworten.

Vor der ersten Strafkammer werden zudem vier weitere Männer angeklagt. Zwei Männern aus Katlenburg (Landkreis Northeim) und Zwinge (Thüringen) wird vorgeworfen, von den Kasselern vier Tonnen der Katalysatorenreste gekauft zu haben. Sie hätten gewusst, dass es sich um Diebesgut handelt.

Zwei weitere Angeklagte aus dem Landkreis Kassel sollen bei der Zwischenlagerung des Diebesguts geholfen haben, indem sie eine Garage zur Verfügung stellten beziehungsweise beim Transport geholfen haben sollen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Vier Zeugen sind zur Hauptverhandlung geladen.

Die Angeklagten sollen den Monolithenbruch, also Reste sogenannter Monolithen, die das Innenleben von Keramikkatalysatoren bilden und mit wertvollen Edelmetallen wie Platin, Palladium oder Rhodium beschichtet sind, beim Katalysatoren-Recycling von Volkswagen auf dem Henschel-Gelände in Kassel gestohlen haben.

Sie haben offenbar in vielen Fällen immer etwas abgezweigt, in Säcke verstaut und zum Abtransport bereitgestellt.

Ob die Angeklagten Mitarbeiter von Volkswagen sind, darüber wollte sich VW-Sprecher Rudi Stassek nicht äußern, ebenso wenig zu dem laufenden Verfahren. VW sei aber am Ausgang des Strafverfahrens interessiert, sagt Stassek. „Wir warten ab, ob wir Regressansprüche stellen können.“ (use)

Die Verhandlung findet am Mittwoch, 31. Oktober, 9 Uhr, Saal D 130, im Landgericht Kassel statt. Es sind drei weitere Verhandlungstermine vorgesehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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