Mieterbund informiert

Diese Regeln gilt es bei der Weihnachtsdeko zu beachten

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Das könnte zu viel sein für die Nachbarn: Lichterketten und andere Dekorationen sind zwar an Hauswänden erlaubt, allerdings nur wenn sie die Fassade nicht beschädigen und die Nachbarn nicht übermäßig stören. Das Haus im Bild steht in Dortmund.

Kassel. Blinkende Lichter, winkende Weihnachtsmänner und bunte Adventskränze: Die Weihnachtsdeko wird immer ausgefallener. Der Mieterbund hat über wichtige Urteile informiert.

„Wir wollen damit niemandem das Fest vermiesen. Wer sich an die wenigen, einfachen Regeln hält, vermeidet aber Streitigkeiten mit den Nachbarn oder dem Vermieter“, sagt Geschäftsführer Folker Gebel. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Sind Lichterketten auch an den Hauswänden erlaubt?

Ja, prinzipiell schon. Vermieter dürfen in der Regel das Entfernen von Lichterketten oder Weihnachtsdekorationen nicht entfernen – auch nicht mit dem Argument, der ästhetische Gesamteindruck des Hauses werde dadurch gestört (AG Eschweiler 26 C 43/14). Natürlich darf durch die Installationen die Hauswand nicht beschädigt werden. Auch dürfen Nachbarn durch die Lichter nicht übermäßig gestört werden.

Dürfen Mieter auch das Treppenhaus dekorieren?

Vermieter oder Nachbarn müssen nicht ohne weiteres hinnehmen, wenn jemand das ganze Treppenhaus schmückt – sie können die Entfernung verlangen. (AG Münster 38 C 1858/08). Adventskränze an der eigenen Wohnungstür sind hingegen kein Problem (LG Düsseldorf 25 T 500/98). Die Benutzung von weihnachtlichem Duftsprays muss auf die eigene Wohnung beschränkt werden, ohne das Nachbarn dadurch gestört werden (OLG Düsseldorf 3 WX 98/03).

Wer haftet bei Schäden durch Wunderkerzen?

Wenn ein Kind mit einer brennenden Wunderkerze in der Wohnung herumläuft, dabei versehentlich den Weihnachtsbaum anzündet und damit einen Brandschaden verursacht, liegt weder eine schwere Sorgfaltspflichtverletzung, noch grobe Fahrlässigkeit vor (OLG Frankfurt 3 U 104/05). Grob fahrlässig handelt, wer Wunderkerzen direkt neben dem Baum entzündet (LG Offenburg 2 O 197/02).

Welche Versicherung springt ein, wenn der Adventskranz brennt?

Risiko Adventskranz: Die Nadelgestecke können leicht Feuer fangen.

Handelt ein Mieter nicht grob fahrlässig, muss die Gebäudeversicherung des Vermieters für Schäden durch Adventskranz-Brände zahlen. Die Gebäudeversicherung hat keine Regressansprüche gegenüber dem Mieter. Die Versicherung kann auch nicht verlangen, dass er seine Haftpflichtversicherung einschaltet (BGH VIII ZR 67/06).

Dürfen Weihnachtsbäume nach dem Fest aus dem Fenster geworfen werden?

Nein. Die Verletzungs- und Beschädigungsgefahr ist dabei zu groß. Im Treppenhaus sollte auf keine übermäßige Verschmutzung geachtet werden. Auch die Entsorgung ist klar geregelt: Den Baum tagelang vor dem Abholtermin auf der Straße liegen lassen, geht nicht.

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