Sie sind der neue Stadtschülerrat von Kassel

So viele Schüler wie nie reden jetzt mit

Die neue Schülervertretung von Kassel: Vor dem Rathaus präsentiert Stadtschülersprecherin Marie Haller (Fünfte von links vorne) ihr Team.
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Die neue Schülervertretung von Kassel: Vor dem Rathaus präsentiert Stadtschülersprecherin Marie Haller (Fünfte von links vorne) ihr Team.

Kassel hat eine neue Stadtschülervertretung. An der Spitze: Marie Haller von der Jacob-Grimm-Schule.

Kassel – Es sieht so aus, als seien sie entschiedener, motivierter, politischer als je zuvor. Heterogener und breiter aufgestellt sind die Mitglieder des Stadtschülerinnen- und -schülerrats (SSR) in jedem Fall: An der Wahl zum neuen Gremium haben so viele Delegierte von Kasseler Schulen teilgenommen wie nie. Bis auf vier waren alle weiterführenden Schulen – vom Gymnasium bis zur Förderschule – vertreten.

Marie Haller

„Das kommt nicht oft vor und freut uns“, sagt Julius Jasperbrinkmann (16), der mit Rojda Kansiray (18) zur Stellvertretung von Stadtschulsprecherin Marie Haller (17) gewählt worden ist. Die Förderung politischer Partizipation von Schülern ist eines der größten Anliegen, der neuen Schülervertreter. Damit könne nicht früh genug angefangen werden, so Marie Haller. Deshalb steht auf der langen Themen-Liste des SSR auch das Stichwort „GrundschülerInnen-Rat“. Da passiere gerade ganz viel und Kassel gehöre zu den Vorreitern in Hessen. Eine erste Konferenz mit Grundschuldelegierten habe es online bereits gegeben.

Julius Jasperbrinkmann

Der Wunsch, möglichst viele Schülerinnen und Schüler einzubeziehen, ist ausgeprägt. Neben den Beisitzerinnen und Beisitzern Antonia Krämer, Pauline Fritze, Jonathan Haan, Louisa Ehret Joel Magno arbeiten in diesem Jahr zehn weitere Jugendliche freiwillig im Vorstand mit. „Alle sind supermotiviert und haben Lust sich zu engagieren“, sagt Marie.

Dabei sehen Marie Haller (Jacob-Grimm-Schule), Rojda Kansiray (Friedrich-List-Schule) und Julius Jasperbrinkmann (Albert-Schweitzer-Schule) einen großen Vorteil für ihre Arbeit auch darin, dass sie über zum Teil lange SV-Erfahrung verfügen. ASS-Schulsprecher Julius Jasperbrinkmann beispielsweise ist seit der fünften Klasse in der SV aktiv. Dadurch dass alle drei schon in zurückliegenden SSR-Vorständen vertreten waren, können jetzt in der einjährigen Legislaturperiode mit Kontinuität Themen weiter bearbeitet werden. „So ist es realistisch, dass wir Projekte auch umsetzen können“, so Haller. Die Staffelübergabe durch Marie Hallers Vorgänger Simon Richter sei konstruktiv verlaufen und man habe sich bei ihm für seine gute Arbeit bedankt.

Ein konkretes Anliegen des SSR ist die kostenlose Versorgung von Schülerinnen mit Hygieneartikeln. Pläne für das Aufstellen von entsprechenden Hygienespendern seien schon weit gediehen und müssten nur noch von den Stadtpolitikern abgesegnet werden.

Rojda Kansiray

Wichtige Themen für den SSR seien „psychische Gesundheit“ und „Umwelt“. Umwelterziehung umfasse dabei nicht nur die geforderte Mülltrennung an Schulen, sondern das Thema müsse ins Kerncurriculum aufgenommen werden, sagt Rojda Kansiray. „Das hätte schon vor zehn Jahren passieren müssen“, so Jasperbrinkmann. Marie Hallers Herzensthema ist die Auflösung von „Segregation außerhalb der Wohnsituation“. „Ich wünschte mir, dass sich die Einzugsgebiete von Schulen mehr durchmischen.“ Eine Voraussetzung dafür seien kostenlose ÖPNV-Tickets für die gesamte Schülerschaft.

Die Wege für politische Arbeit sind Marie Haller und ihrem Team vertraut. Kontakte zu den Verantwortlichen im Hessischen Kultusministerium und im städtischen Amt für Schule und Bildung sind bereits geknüpft. (Christina Hein)

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