Kassel-Kräuterschnaps ist nach Jérôme Bonaparte benannt

Kassel-Kräuterschnaps: Dieser Likör macht „lustik“

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Nicht nur für Spaßvögel wie König Lustik: Daniel Werner von der Hospitals-Kellerei (links) und Wolf-Marcus Haupt von der Kasseler Marketingagentur Der Neue Blick präsentieren den neuen Kassel-Likör, der nach Jérôme Bonaparte benannt ist. Er regierte von 1807 an in Kassel das Königsreich Westphalen.

Kassel. Dieser Name ist wie für einen 35-prozentigen Kräuterlikör gemacht. „Schrohm“, das kann man auch dann noch problemlos aussprechen, wenn man ein paar Kurze zu viel getrunken hat.

Doch Spaß beiseite: Mit dem Namen für den neuen Kasseler Schnaps, der jetzt passend zum Jubiläumsjahr auf den Markt gekommen ist, hat es natürlich mehr auf sich.

Der milde Magenbitter „König Schrohm“ ist nach Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte benannt, der Anfang des 19. Jahrhunderts einige Jahre als König von Westphalen in Kassel residierte (siehe Hintergrund). Der vergnügungssüchtige Herrscher erhielt von der Bevölkerung schnell den Beinamen König Lustik. In der Kasseläner Mundart bedeutet „Schrohm“ heute noch Schalk oder Schürzenjäger.

Die Idee für den Kräuterschnaps mit regionalem Bezug hatte der Kasseler Wolf-Marcus Haupt, Inhaber der Marketingagentur Der Neue Blick. Als Partner für den Kassel-Schnaps hat er Daniel Werner von der Hospitals-Kellerei gewonnen, wo die kleinen Schnapsfläschchen ab sofort erhältlich sind.

Hergestellt wird der Kräuterlikör zwar nicht in Kassel, sondern in einer Destillerie- und Likörfabrik im thüringischen Meinigen. Die Rezeptur sei aber speziell für die Hospitalskellerei entwickelt worden, betont Daniel Werner. Der Kräuterlikör sei deutlich milder als herkömmliche Magenbitter und habe eine sanfte Engelwurz-Note.

Der Schnaps ist vorerst nur in kleinen Fläschchen für eine Schnapsglasfüllung (zwei Zentiliter) erhältlich und eignet sich damit auch als Mitbringsel. Auch in der Gastronomie solle der Kassel-Likör angeboten werden. Wenn er gut angenommen werde, wolle man auch große Flaschen mit „König Schrohm“ anbieten.

Das Bildnis Jérôme Bonapartes auf dem Etikett der Fläschchen hat der aus China stammende Kasseler Künstler Xiaoming Song gezeichnet. Dabei hat er sich an Gemälden, die König Jérôme zeigen, orientiert. Ob der Lebemann seinerzeit ein Faible für Kräuterlikör hatte, ist nicht überliefert, sagt Wolf-Marcus Haupt mit einem Augenzwinkern. „Ich gehe aber schwer davon aus, dass König Lustik ganz gern mal einen getrunken hat.“

Der Kasseler Kräuterlikör ist für 1,25 Euro pro Fläschchen bei der Hospitals-Kellerei erhältlich (Heinrich-Heine-Str. 91, Friedrich-Ebert-Straße 123).

Von Katja Rudolph

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