Seit zwei Jahren verwahrlost die Tiefgarage unter dem Philipp-Scheidemann-Haus

Dieser Ort soll schöner werden

Wie in einem Gruselfilm: Die Tiefgarage unter dem Philipp-Scheidemann-Haus macht einen verwahrlosten Eindruck. Trotz der Absperrgitter wird sie immer wieder von Menschen aufgesucht, die dort ihre Notdurft hinterlassen. Foto: Herzog

Nordstadt. Es ist ein trostloser Anblick, der sich dem Betrachter der Tiefgarage unter dem Philipp-Scheidemann-Haus an der Holländischen Straße bietet: Die Parkfläche ist gesperrt, die Deckenlampen wurden gestohlen oder zerstört, die Wände mit Graffiti besprüht, und über allem liegt der Gestank von Kot und Urin.

„Angesichts der vielen kulturellen Veranstaltungen in dem Bürgerhaus und im benachbarten Kulturzentrum Schlachthof kann sich die Stadt eine solche Kloake nicht leisten“, sagt Ortsvorsteherin Monika Sprafke (SPD). Schon vor zwei Jahren richtete der Ortsbeirat an die Stadt die Forderung „Nicht schließen, sondern wiederherstellen“, und stellte beim zuständigen Amt für Straßenverkehr und Tiefbau ein Konzept der in der Nordstadt ansässigen Gemeinnützigen Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung Jafka vor, die sich schon bei vielen anderen Projekten im Stadtteil engagiert hat.

Von 7 bis 22 Uhr sollte die Tiefgarage in drei Schichten betrieben werden. Danach sollte ein Rolltor die Anlage vor ungebetenen Besuchern schützen. Jafka könnte mit diesem Projekt auch Langzeitarbeitslose sinnvoll beschäftigen, indem sie die Tiefgarage wieder herrichten und pflegen.

Diebstähle und Zerstörungen im Bereich der Tiefgarage haben die Stadt im Laufe der Zeit viel Geld gekostet. „Allein für die Lampen sind 40 000 Euro im Jahr draufgegangen“, sagt Jafka-Geschäftsführer Rainer Rost. Davon hätten seine Mitarbeiter bezahlt werden können.

Nichts ist geschehen

Doch nichts ist seither geschehen. „Das ist leider wahr“, sagt Dieter Bodenbach, Abteilungsleiter beim Straßenverkehrs- und Tiefbauamt. Doch er macht den Anliegern Hoffnung: Am kommenden Montag, 26. April, soll die Stadtverordnetenversammlung beschließen, dass Geld aus dem Haushaltsplan, das 2009 nicht verwendet wurde, für eine Sanierung und weitere Instandhaltung der Tiefgarage verwendet werden dürfen. Er geht von einer breiten Zustimmung für diesen Antrag aus.

„Sobald wir das Okay der Stadtverordneten haben, werden wir uns mit den Kollegen des Hochbauamtes und des für die Bürgerhäuser zuständigen Kulturamtes zusammensetzen, um die Sanierung schnell auf den Weg zu bringen“, sagt Bodenbach. Das Jafka-Konzept soll dann aufgegriffen werden.

„Wir müssten wieder von vorn anfangen, denn wir haben die Planung mittlerweile ad acta gelegt. Aber wir sind dazu bereit“, sagt Rainer Rost, der in dem Projekt eine Chance sieht, „das Service-Angebot im Stadtteil zu verbessern“.

Von Wilhelm Ditzel

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