Das Naturkundemuseum benötigt einen Erweiterungsbau für Veranstaltungen

Dinos brauchen Platz

So könnte es aussehen: Zwischen Ottoneum (rechts) und der am Staatstheater angrenzenden Ernst-Krenek-Treppe (links) ist der ideale Ort für den Erweiterungsbau. Foto: nh

Kassel. Das Naturkundemuseum bleibt weiter der Spitzenreiter bei den Besucherzahlen unter allen Museen in Kassel. Seit 2000 hat sich die Zahl der Gäste hier vervierfacht. Sie hat sich inzwischen bei 85 000 eingependelt.

So könnte es aussehen: Zwischen Ottoneum (rechts) und der am Staatstheater angrenzenden Ernst-Krenek-Treppe (links) ist der ideale Ort für den Erweiterungsbau. Foto: nh

So viele Besucher kamen nach Auskunft von Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier auch 2011 wieder ins Ottoneum. 2010, als die spektakuläre Mumien-Ausstellung Besucher aus ganz Deutschland angezogen hatte, waren es sogar 100 000. Mit einem solchen Andrang kommt das Museum am Steinweg an seine räumlichen Grenzen.

„Platzen aus allen Nähten“

Auch zurzeit wimmelt es wieder von Menschen im Naturkundemuseum. Die Sonderausstellung „Dinosaurier!“ zieht in den Ferien noch mal eine große Zahl Besucher mehr an als gewöhnlich. Zwischen den Jahren gab es Tage, an denen Museumschef Dr. Kai Füldner und sein Team tausend Menschen gezählt haben. Darüber freut sich Füldner, aber er sagt auch: „Wir platzen aus allen Nähten.“

Deshalb sei es an der Zeit, den 2010 von der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis genommenen Masterplan für die Kasseler Museen aus der Schublade zu holen. Darin ist bereits ein an das Ottoneum in Richtung Staatstheater angrenzender Erweiterungsbau festgeschrieben. Wichtig wäre für das Museumsteam, dass dort auf einer angenommenen Grundfläche von 600 Quadratmetern ein multifunktionaler Veranstaltungsraum sowie Platz für die Präparationswerkstätten entstehen. Die befinden sich zurzeit außerhalb, im dock 4.

„In unserem Veranstaltungsraum haben maximal 100 Menschen Platz, und wir bauen nicht selten dreimal am Tag um, wenn wir morgens einen Kindergeburtstag ausrichten und abends einen Vortrag im Haus haben“, sagt Füldner. Wenn die im Museum befindlichen Depotflächen in einem Neubau Platz finden, würden im Ottoneum zudem 200 Quadratmeter mehr Ausstellungfläche entstehen. Zurzeit stehen dem Museum 1400 Quadratmeter zur Verfügung. Wünschenswert sei eine Cafeteria. Der Neubau würde zum großen Teil in die Erde gebaut. Das Dach könnte begrünt oder mit Solar-Paneelen ausgestattet werden. Füldner wünscht sich mehr Platz, um beispielsweise Schulklassen zu empfangen und mehr Museumspädagogik anzubieten. So könnte er vor allem besser für Sonderausstellungen planen. Was den enormen Elan der Museumsmacher im Ottoneum bremst, seien die beengten Räumlichkeiten.

Auch Rhiemeier teilt den Wunsch nach mehr Platz, doch Hoffnung auf eine Realisierung sieht sie nicht: „Wir wissen, dass der Bedarf da ist, aber der Neubau würde 1,5 bis 2 Millionen kosten. Das ist kurzfristig nicht umzusetzen.“ Sie verweist auf den Gesamtetat der Stadt in Höhe von 16 Millionen Euro für den Erhalt und Neubauten städtischer Gebäude.

Vielleicht, so regt sie an, könnte man eine Spendenaktion starten.

Von Christina Hein

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