Nach fünfjähriger Suche: Parcours kommt neben Gelände von Sportverein Olympia

Dirt-Biker wieder auf Kurs

Ideen für den Fitness-Garten: Jugendliche vom Brückenhof präsentierten mit Plakaten ihr Projekt beim Kinder- und Jugendforum. Foto:Dilling

Kassel. Wenn Kinder und Jugendliche in Kassel Ideen und Wünsche durchsetzen wollen, braucht es mitunter einen langen Atem. Aber der zahlt sich häufig am Ende auch aus. Diese Lehre konnten die Teilnehmer aus dem jüngsten Kinder- und Jugendforum der Stadt im Olof-Palme-Haus mitnehmen.

Schlagendes Beispiel: Seit fünf Jahren sind Jugendliche auf der Suche nach einem Gelände für einen Hindernis-Parcours für Mountain- Biker und BMX-Radfahrer. Illegale Strecken wie nahe der Hessenschanze wurden - nach einer Schonfrist - abgeräumt. Nun bekommen die sogenannten Dirt-Biker doch noch ein legales Domizil.

Im Frühjahr werde ein Parcours zwischen den Parkplätzen der Sportvereinigung Olympia und den Bahngleisen mit jeweils einer Sprünghügel-Kette für Anfänger und Fortgeschrittene fertiggestellt, kündigte Johannes Schade von der Kinder- und Jugendförderung an. Geld, bisher über 30 000 Euro, wurde aus verschiedenen Töpfen zusammengekratzt. 5500 Euro spendierte das Jugendbüro als Anschub, 6000 Euro seien beim Crowdfunding, einer Sponsorensuche im Internet, zusammengekommen.

Auch die Jugendlichen des Boxcamp Brückenhof und des Jugendzentrums, die von Anke Bergmann als „Patin“ unterstützt werden, können sich freuen. Ihr Projekt eines Trainingscenters im Freien, das allen Jugendlichen offensteht, wird zumindest teilweise realisiert. Zwischen Kita und Grundschule soll noch diesen Herbst ein Reck mit Fallschutz aufgebaut werden. Nächstes Jahr könnte ein Barren dazu kommen, wenn der Ortsbeirat ihn- wie in Aussicht gestellt - mit 4500 Euro aus seinen Verfügungsmitteln finanziert.

Für den Wunsch der Jugendlichen nach einer Beleuchtung und einem Unterstand am beliebten Bolzplatz im Brückenhof gilt es allerdings, noch dicke Bretter zu bohren: Die Beleuchtung von Bolzplätzen sei in der Stadt eigentlich nicht vorgesehen, meinte Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne).

Weiterhin haben die Jugendlichen in Helleböhn etwas in Bewegung gebracht: Der Bolzplatz wurde dort vom Umwelt- und Gartenamt saniert. Für ein Reck gibt es voraussichtlich Geld von der Stadt und vom Ortsbeirat. Die Skater an der Marbachhöhe können auf Bänke an ihrem Platz hoffen, die Bolzer vom Salvador-Allende-Haus bekommen einen höheren Zaun, wenn der Ortsbeirat - wie beantragt - seine Schatulle öffnet.

Janz und ihre Mitarbeiterin Christiane Plaha sehen die umfassende Beteiligung von Kinder und Jugendlichen an allen Planungsprozessen als Erfolgsgeschichte. Jedes Jahr würden mit Unterstützung des Spielmobils Rote Rübe mehr Ideen und Projekte eingereicht. Bei der Realisierung engagierten sich die Ortsbeiräte bereitwillig mit Geldspritzen.

Von Peter Dilling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.