Diskussion: Soll Radfahren in der Aue auch nach der documenta erlaubt sein?

Kassel. Radfahren ist in der Karlsaue verboten - doch während der documenta 13 drückt die Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk) beide Augen zu. Politiker fordern nun, das Radfahren ganz allgemein zu erlauben. Doch die Verantwortlichen wiegeln ab.

Die Kasseler Grünen und Piraten wollen erreichen, dass das generelle Radverbot in der Karlsaue auch für die Zeit nach der documenta 13 aufzuheben.

Wenn documenta-Besucher auf Rädern in der Aue geduldet werden könnten, sollte das auch noch anschließend für die Kasseler gelten, fordert Volker Berkhout, Vorsitzender der Piraten (Kreisverband Kassel). „Das wäre ein Zeichen für mehr Freiheit und Vertrauen in die Bürger.“ Eine Stadt, die sich für ein Fahrradverleihsystem einsetze, sollte konsequenterweise auch die dauerhafte Nutzung der Aue für Radfahrer ermöglichen, sagt Berkhout.

Zuletzt aktualisiert um 15.39 Uhr.

Dr. Gisela Bungarten (mhk-Projektmanagement) gibt Grünen und Piraten einen Korb und verweist darauf, dass die Karlsaue eine barocke Parkanlage ist, deren Anfänge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. „Unsere vordringliche Aufgabe als Landesinstitution ist es, die parkpflegerischen und restauratorischen Aufgaben sorgfältig und verlässlich durchzuführen, um die historische Anlage auch für die Nachwelt zu erhalten“, sagt sie.

Als ein Mittel zur Umsetzung dieser Aufgaben dient die Parkordnung, die unter anderem offene Feuerstellen sowie das Radfahren (bis auf die freigegebene Strecke) verbiete. Diese Verbote dienten zum einen dem Schutz des Parks, zum anderen dem der Besucher der Anlage, sagt Bungarten. „An dieser Parkordnung wird sich auch nach Ablauf der d13 nichts ändern.“

Bungarten räumt allerdings ein, dass Radfahrer, die verbotenerweise in der Aue unterwegs sind, nicht mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. „Unsere Parkaufsicht weist lediglich auf die Verbote hin, wir haben keine rechtliche Handhabe.“ Die mhk halte dennoch an dem Verbot fest, weil einige Radfahrer „ausgesprochen rücksichtslos“ unterwegs seien. Die führen zu schnell, ohne Licht und mitunter haarscharf an Spaziergängern vorbei. Erlaubt ist das Radfahren nur zwischen dem Marmorbad und der Landaustraße.

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