Ziel ist, Population von Streunern einzudämmen

Diskussion um Kastrationspflicht: 2500 verwilderte Hauskatzen leben in Kassel

Katzen balgen sich: In Kassel leben rund 2500 verwilderte Hauskatzen. Damit sich die Tiere nicht weiter vermehren, wäre eine Kastrationspflicht vonnöten. Archivfoto: dpa

Kassel. Im Stadtgebiet Kassel leben 2500 verwilderte Hauskatzen. Diese hochgerechnete Zahl nannte Stadtrat Dirk Stochla jetzt den Mitgliedern des städtischen Rechtsausschusses.

Sie hatten sich erneut das Thema Katzenschutzverordnung auf die Agenda geschrieben. Außerdem, so Stochla, versorge das Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel zurzeit 123 Fundkatzen.

Diese jetzt vorliegenden Zahlen hatte die Grünen-Fraktion eingefordert, um auf dieser Basis „möglichst bald“ darüber zu entscheiden, ob eine Kastrationspflicht für das Stadtgebiet oder einzelne Bezirke sinnvoll ist.

Dirk Stochla

Allerdings können darüber nicht die Stadtverordneten beschließen. Für die Verordnung eines entsprechenden Erlasses ist allein der Oberbürgermeister zuständig, da der OB in kreisfreien Städten auch Ordnungsbehörde ist. Das Thema sei in der Prüfung, sagte Stochla, der Entwurf einer Satzung liege vor.

Bei der Katzenschutzverordnung mit dem Ziel einer Kastrationspflicht für freilaufende Katzen geht es um die Frage, ob wild lebende Katzen und Freigängerkatzen künftig kastriert werden müssen. Ziel ist es, die Population von Streunern einzudämmen und die Ausbreitung von Katzenkrankheiten zu verhindern.

Ein Antrag der CDU-Fraktion, die eine allgemeine Katrationspflicht forderte, war zuletzt abgelehnt worden.

Zahl frei lebender Katzen sind „relevantes Problem“

Christine Hesse

Dennoch war das Thema jetzt noch einmal auf der Agenda des Rechtsausschusses in Form der Grünen-Anfrage. Christine Hesse, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen Rathausfraktion, wollte die Zahlen über Streuner in Kassel wissen. Sie ist zufrieden über den Verlauf der Rechtsausschusssitzung: „Positiv festhalten lässt sich, dass der Magistrat der Stadt Kassel erstmals erkennen ließ, dass die Zahlen von frei lebenden Katzen im Stadtgebiet durchaus ein relevantes Problem darstellen“, sagt sie. „Das ist ein Teilerfolg, denn dadurch erfolgt eine erneute Überprüfung, ob die Rechtsverordnung nun doch umgesetzt werden kann.“ Es sei zwar ein holpriger Weg, aber wenn dieser zum Ziel führe, „ist es ein Schritt in die richtige Richtung.“

Die lang anhaltende Diskussion um eine Katzenschutzverordnung in Kassel beschäftigt auch die Kasseler Grünen-Landtagsabgeordnete Karin Müller. Erst kürzlich haben Tierschützer und Politiker vor dem Wiesbadener Rathaus dazu aufgerufen, dem Beispiel der hessischen Landeshauptstadt im Katzenschutz zu folgen. Müller sei erfreut, dass sich in Kassel etwas bewege, auch wenn noch nicht abzusehen sei, wann und in welcher Form eine Katzenschutzverordnung erlassen wird. „Es ist wichtig, sich zügig auf ein Datum festzulegen, denn jeder Tag zählt, will man das Leid der vielen frei lebenden Katzen mildern“, so Müller.

Kastrationspflicht in Hessen

Mit der Delegationsverordnung der Landesregierung, die im April 2015 in Kraft trat, wurde die rechtliche Grundlage für hessische Kommunen geschaffen, eine Kastrationspflicht sowie auch eine Registrierungspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freigang einzuführen. In Darmstadt gilt seit 2015 eine Kastrationspflicht. Katzenbesitzer, die freilaufende Tiere nicht kastrieren lassen, müssen dort mit einer Geldbuße von 1000 Euro rechnen.

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