Umstrittener Unternehmer

Rückkehr nach Kassel: Muss MEG-Gründer Mehmet Göker doch in den Knast?

Mehmet Göker kündigt eine Rückkehr nach Kassel an, in der Türkei soll der umstrittene Unternehmer jedoch zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein. (Archivfoto)
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Mehmet Göker kündigt eine Rückkehr nach Kassel an, in der Türkei soll der umstrittene Unternehmer jedoch zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein. (Archivfoto)

Wurde der Unternehmer Mehmet Göker in der Türkei verurteilt und muss ins Gefängnis? Der MEG-Gründer streitet alles ab und will bald nach Kassel kommen.

Kassel – Obwohl der Haftbefehl gegen den umstrittenen Versicherungsunternehmer Mehmet Göker Anfang des Jahres aufgehoben wurde, droht dem gebürtigen Kasseler nun „womöglich der Knast“. Dies berichtet das Magazin Wirtschaftswoche. Demnach soll der 42-Jährige Anfang Juli in der Türkei wegen „betrügerischer Immobiliendeals zulasten seiner Gläubiger“ zu fünf Jahren Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt worden sein. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Gegenüber der HNA bezeichnete Göker die Nachricht als „absoluten Schwachsinn“. Es habe zwar eine Gerichtsverhandlung in seinem Wohnort Kuşadası gegeben, weil ihm vorgeworfen sei, dass er sein Haus im Badeort unrechtmäßig erworben habe. Aber: „Ich wurde freigesprochen. Alles andere ist gelogen.“ Sein Anwalt bereite gerade eine Schadensersatzklage gegen die Wirtschaftswoche vor. Deren Ressortleiter Niklas Hoyer sagte unserer Zeitung jedoch, dass man bei der Aussage der Berichterstattung bleibe.

Mehmet Göker sorgte in den Nullerjahren für Schlagzeilen in Kassel

Göker hält sich derweil in Dubai auf, wo er die nächsten „drei bis fünf Wochen“ bleiben will. Bis auf einen Abstecher nach Zypern sei es nach neun Jahren das erste Mal, dass er die Türkei verlassen hat.

Dorthin war der einstige Chef der Firma MEG 2010 geflüchtet, nachdem er in den Nullerjahren in seiner Heimatstadt die Schlagzeilen mit seinem rasanten Aufstieg und einem exklusiven Lebensstil bestimmt hatte. Es folgte eine spektakuläre Pleite und eine Anklage wegen des gewerbsmäßigen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Die Ermittlungen zogen sich über Jahre.

Grüße aus Dubai: Auch im Emirat bietet der Unternehmer Mehmet Göker nun Kurse an.

In Kuşadası änderte Göker sein Geschäftsmodell: Er verkauft nun keine Versicherungen mehr, sondern optimiert private Krankenversicherungstarife. In Masterkursen bringt er vor allem jungen Männern bei, wie man Kunden am Telefon überzeugt, in einen für sie angeblich günstigeren Tarif zu wechseln. Er nennt es das „Göker-Konzept“.

Einer dieser Kurse soll Ende August in Dubai stattfinden, wie Göker auf Instagram schreibt. Am Telefon sagt er jedoch: „Geschäftlich bin ich durch. Ich muss in meinem Leben nie wieder arbeiten und mache nur noch das, was mir Spaß macht. Früher bin ich Porsche gefahren, heute fahre ich Renault Clio.“

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Rückkehr von Göker? „Wird wohl nie mehr nach Kassel zurückkehren“

Mit seiner Frau schaue er sich im Emirat bereits nach einer geeigneten Wohnung um. Trotzdem will er demnächst wieder nach Mitteleuropa reisen. Für September und Oktober hat Göker Kurse in Wien, Zürich und Köln angekündigt. „Danach werde ich auch in Kassel vorbeischauen, alte Freunde besuchen und eine Currywurst essen“, verspricht der Deutschtürke, der in Süsterfeld-Helleböhn aufwuchs. Seine Rückkehr nach Nordhessen hatte er nach der Aufhebung des internationalen Haftbefehls bereits für Mai angekündigt – und kam dann doch nicht. Diesmal soll es allerdings so weit sein.

Ein intimer Kenner des Göker-Komplexes glaubt jedoch nicht mehr daran. Gegenüber der HNA sagt er: „Göker wird wohl nie mehr nach Kassel zurückkehren. Er hat hier keine Fans mehr. Er ist pleite und hat nur noch eine große Schnauze.“ (Matthias Lohr)

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