4.000 Kilometer quer durch Europa

documenta 14: Auf dem Rad von Athen nach Kassel

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Räder und Ausrüstung sind schon bereit: Leon Groß (links) und Vincent Keller starten am 8. April in Athen zu einer 4.000 Kilometer langen documenta-Radtour durch 14 Länder nach Kassel.

Zwei Freunde, zwei Fahrräder und ein großes Abenteuer auf den Spuren der documenta 14: Die beiden Kasseler Vincent Keller (20) und Leon Groß (19) wollen mit ihrem Rad von Athen nach Kassel fahren - und nach 63 Tagen pünktlich zur documenta-Eröffnung ankommen.

Mit dem Start der Ausstellung am 8. April in Athen wollen sich die beiden in der griechischen Hauptstadt auf ihre Räder schwingen, durch 14 europäische Länder fahren und nach 63 Tagen zur documenta-Eröffnung am 10. Juni in Kassel ankommen.

Seit Monaten planen die beiden Fahrradverrückten, die vor zwei Jahren ihr Abi auf dem Wilhelmsgymnasium gemacht haben, an einer großen Europa-Radtour, bevor das Studium beginnt. Erst sollte es rund um die Ostsee gehen, dann setzte die documenta mit ihrem Nord-Süd-Leitmotiv planerische Fantasien frei.

Vierzehnte documenta, 14 Länder – die wollen Keller und Groß auf einer 4.000 Kilometer langen Zickzack-Route bereisen und dabei das „Tagebuch der Anne Frank“ im Gepäck haben. Am Ziel in Kassel wollen sie das einst verfemte Buch als Baustein für den „Parthenon of Books“ stiften, den die argentinische Künstlerin Marta Minujín vor dem Friedericianum errichten will.

Sponsoren fördern die Rad-Tour

Mit der Idee für ihren „docLink-Trip“ wurden Keller und Groß bei den documenta-Machern vorstellig, die aber solche Vorhaben prinzipiell nicht unterstützen. Also suchten sich die Rad-Abenteurer andere Förderer: Für Räder und Ausrüstung fanden sie diverse Fachgeschäfte als Sponsoren, die Hinflüge nach Athen ermöglicht ihnen das Kasseler Reisebüro Wimke.

Mehr Infos zur documenta gibt es auf unserem documenta-Spezial.

Was sie auf den Straßen von Ländern wie Albanien, Mazedonien und Montenegro erwartet, wissen sie hingegen noch nicht. 65 bis 70 Kilometer wollen sie pro Tag schaffen, „möglichst mehr, und dann auch mal einen freien Tag für Besichtigungen einlegen“, sagt Leon Groß. Übernachtet wird vorwiegend im mitgeführten Campingzelt. Mit Visaproblemen ist laut Aussage der Weltenbummler nicht zu rechnen. Eine „herausfordernde Erfahrung“ dürfte laut Vincent Keller aber werden, dass die Fernradler teilweise auf denselben Routen unterwegs sind wie die Flüchtlinge, die in Richtung Nordeuropa ziehen. „Das bekommen wir sonst ja nur aus den Medien mit“, sagt Keller. Solche Eindrücke seien aber auch ein Aspekt jener Problematik, die die documenta 14 künstlerisch vermitteln will.

Leon Groß erhofft sich einen prägenden Eindruck davon, wie „unsere Freiheit, diese Tour zu fahren“, im Gegensatz zu den Lebensbedingungen der jungen Nazi-Verfolgten Anne Frank steht, die ihr Versteck aus Furcht vor Entdeckung nicht verlassen durfte. In jedem Land auf ihrer Route wollen die Abenteurer eine Buchhandlung ansteuern und die Betreiber bitten, einige persönliche Gedanken dazu in das Buch zu schreiben, das später in den Kunst-Tempel auf dem Kasseler Friedrichsplatz eingebaut werden soll.

Fahrrad-Tour kann im Netz begleitet werden

Die Tour von Vincent Keller und Leon Groß kann im Netz begleitet werden. Drei Tage vor Ausstellungs- und Tourbeginn in Griechenland werden die beiden mit ihren Rädern von Kassel nach Athen fliegen. Ab dem 8. April können dann ihre Erlebnisse auf den Straßen zwischen den beiden documenta-Städten im Netz verfolgt werden: Auf dem Blog doclink-trip.com sowie auf www.facebook.com/aka.zwei.rad

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