documenta 14

In die Röhre gucken: An der Mahler-Treppe entsteht Kunstwerk von Hiwa K.

Hiwa K.

Kassel. Die Vorfreude auf die documenta 14 wächst, und jeden Tag gibt es in der Stadt jetzt Neues zu entdecken – vor der documenta-Halle entsteht jetzt das Kunstwerk von Hiwa K..

Vor der documenta-Halle und der Mahler-Treppe kann man künftig nicht nur durch den Haus-Rucker-Rahmen (documenta 6) blicken, sondern auch in die Röhre schauen: Hier entsteht derzeit ein Kunstwerk des in Berlin lebenden Künstlers Hiwa K.. Und genauer gesagt werden es insgesamt 60 Röhren sein, die hier zu einem fünf Meter hohem Quader aufgestapelt werden.

Damit sind gerade Mitarbeiter von Kassel Wasser und der Tischlerei Waha, die die Unterkonstruktion aus Holz baut, beschäftigt. 1,3 Tonnen wiegt jedes einzelne, zwei Meter lange Rohrstück, erläutert Kanalmeister Karl-Heinz Rangk. Die unglasierten Keramik-Röhren werden zu einem Stapel von sechseinhalb Meter Länge und sechs Meter Breite aufgetürmt. Damit wird das Kunstwerk einem Lagerplatz für eine Kanal-Baustelle ähneln.

Eben das ist offenbar auch die Intention des 1975 geborenen Installationskünstlers, der erst im November den Arnold-Bode-Preis erhalten hatte. Auf der Flucht vor Saddam Husseins Truppen teilte er einst das Schicksal Zehntausender Menschen, die heute vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Not flüchten. Bei seiner eigenen abenteuerlichen Odyssee soll er in einem ähnlichen Rohrstapel einmal Unterschlupf, ein sicheres und bestimmt auch beklemmendes Versteck gefunden haben.

Hiwa K.

Hiwa K. machte sich unter anderem durch seinen Beitrag zur Biennale von Venedig 2015 einen Namen, als er eine Glocke aus militärischen Abfallprodukten des Iran-Irak-Krieges und der beiden Golfkriege präsentierte. Im vergangenen Jahr war er ebenfalls mit dem Kunstpreis der Schering Stiftung ausgezeichnet worden.

Ist das schon Kunst, fragen sich auch viele Passanten mit Blick auf die documenta-Halle. Deren Südseite ist derzeit eingerüstet, der dort entlangführende Fußweg ist gesperrt. Hier werde der Sonnenschutz abgenommen und anschließend Fensterfolie zum Verdunkeln der Fensterfronten angebracht, erläutert eine documenta-Sprecherin. Es wird also spannend, was uns zur Weltkunstschau drinnen erwartet. 

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