Künstler lehnt alternativen Standort ab

Keine Einigung: Obelisk in Kassel vor dem Aus

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Wird wohl bald nicht mehr in den Kasseler Himmel ragen: Der Obelisk auf dem Königsplatz.

Kassel. Ist dies das Ende des Kasseler Obelisken? Künstler Olu Oguibe hat einen alternativen Standort seines documenta-Werks abgelehnt. Die Säule auf dem Königsplatz wird wohl bald abgebaut.

Der Obelisk auf dem Kasseler Königsplatz wird aller Wahrscheinlichkeit nach ab Ende September abgebaut. Ändern kann das jetzt nur noch Künstler Olu Oguibe - doch der lehnt die Alternativen ab. documenta 14-Künstler Oguibe hat drei Wochen nach einem vertraulichen Gespräch mit Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) mitgeteilt, dass er sein Kunstwerk ausschließlich auf dem Königsplatz sieht. Ein anderer Standort in der Stadt kommt für den Künstler nicht in Frage.

Geselle hat Oguibe daraufhin gebeten, diese Haltung noch einmal zu überdenken. Bleibe es dabei, habe die Stadt keine andere Möglichkeit, als den Obelisken abzubauen, steht in einem aktuellen Brief des Oberbürgermeisters an alle Kasseler Stadtverordneten, der der HNA vorliegt.

Im Antwortbrief habe er dem Künstler mitgeteilt, „dass ich seine Entscheidung – sofern sie final ist – sehr bedauere, die bestehenden Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung aber für den Magistrat verbindlich sind“, schreibt Geselle.

Sollte der Künstler doch noch einlenken und einem der vorgeschlagenen Alternativstandorte am Holländischen Platz oder möglicherweise auch an der Treppenstraße in Höhe des Florentiner Platzes zustimmen, will Geselle diesen Standort dem Stadtparlament umgehend zur Beschlussfassung vorlegen. Ansonsten werde die documenta-GmbH das Kunstwerk ab dem 30. September auf dem Königsplatz abbauen lassen. Zu diesem Termin endet die Bauerlaubnis für den Obelisken auf dem Königsplatz. Die Stadt würde in diesem Fall die Spenden in Höhe von 126.000 Euro für den Ankauf des Obelisken zurückzahlen.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, dass der Obelisk vom Königsplatz verschwinden muss und künftig vor dem geplanten documenta-Institut am Holländischen Platz stehen soll. Doch an diesen Kompromiss, um den lange gerungen wurde, fühlt sich der Künstler offenbar nicht mehr gebunden.

Anfang August hatte es noch ausgesehen, als könne der langwierige Streit beendet werden. Damals gab es unter anderem ein Picknick in der Innenstadt mit mehreren hundert Teilnehmern, die sich für einen Verbleib aussprachen. Für manche Kritiker von Kassels Oberbürgermeister Geselle ist der Obelisk längst zum Symbol eines gespaltenen Deutschlands geworden.

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