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Kassel: Im Garten des Hugenottenhauses entsteht Bauwerk – Spender werden gesucht

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Von: Bastian Ludwig

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Die Turmbauer: Architekturstudenten mit Harun Faizi (links), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre. Im Hintergrund Lutz und Silvia Freyer (4. und 6. von links) vom Hugenottenhaus
Die Turmbauer: Architekturstudenten mit Harun Faizi (links), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre. Im Hintergrund Lutz und Silvia Freyer (4. und 6. von links) vom Hugenottenhaus. © Bastian Ludwig

Im Garten des Hugenottenhauses soll ein Protestturm entstehen. Er wird bis zur documenta in Sichtweite zum Rathaus in die Höhe wachsen.

Kassel – Wo Investoren eine innerstädtische Baulücke sehen, sieht die Initiative des Hugenottenhauses in Kassel eine grüne Oase, die erhalten werden muss. Im verwilderten Garten des Hugenottenhauses zwischen Friedrichsstraße und Fünffensterstraße hat sich mit der Kunstzone ein beliebter Treffpunkt entwickelt. An lauen Abenden saßen dort in den beiden vergangenen Corona-Sommern manchmal Hunderte Menschen.

Die Bewirtung durch die Café Bar Perle hatte für zusätzlichen Charme gesorgt. Nun soll mit einem Holzturm eine neue Attraktion auf dem Gelände entstehen. Noch vor der documenta im Juni soll er realisiert werden.

Es ist nicht irgendein Turm, der dort in Sichtweite zum Rathaus auf sechs bis sieben Meter Höhe wachsen soll und der von der Rathauskreuzung gut zu erkennen sein wird. Es handelt sich um einen Protestturm. Die Idee stammt von Lutz und Silvia Freyer von der Initiative Hugenottenhaus sowie Kasseler Architekturstudenten.

So soll er aussehen: Der geplante Turm im Modell.
So soll er aussehen: Der geplante Turm im Modell. © Bastian Ludwig

Kassel: Im Garten des Hugenottenhauses entsteht Bauwerk, das dem Protest dienen soll

Aber gegen was soll mit dem Turm protestiert werden? „Der Turm ist nur ein Werkzeug für den Protest. Er ist aber nicht an ein bestimmtes Ziel gebunden“, sagt Harun Faizi, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre der Uni Kassel. Der begehbare Turm werde als Hochpunkt für Aufmerksamkeit sorgen und diese könne dann für Botschaften genutzt werden. So ist es etwa geplant, dass die mit Stoffen bespannte Konstruktion als Projektionsfläche dienen kann.

Lutz Freyer vom Hugenottenhaus ist dankbar für die Zusammenarbeit mit den Studierenden. Der Turm sei eine Bereicherung für die Kunstzone und werde unterschiedlichen Initiativen für Aktionen offen stehen. Natürlich werde man aber etwa undemokratischen Gruppierungen den Zugang verweigern.

Für Freyer ist der Turm nicht zuletzt ein Symbol in eigener Sache. So sei er auch beim Kampf für den Erhalt einer „einzigartigen“ Kriegsbaulücke dienlich. Diese sei ein grünes Kleinod mitten in der Stadt. „Wir wollen zeigen, hier gibt es etwas, für das es sich lohnt, einzusetzen“, sagt Silvia Freyer. Auch aus den Reihen der Studierenden gibt es viel Unterstützung für die Position.

Protestturm im Garten des Hugenottenhauses in Kassel: Bau soll in den nächsten Wochen beginnen

Weil die documenta näher rückt, soll in den nächsten Wochen mit dem Bau des Turms begonnen werden. Bis Mitte Mai soll das Bauwerk stehen. Unterstützt vom Miteigentümer des Areals, dem Büro Sprengwerk, werden statische Fragen geklärt.

Noch sind weitere finanzielle Zusagen von Spendern nötig, aber mit den Vorarbeiten soll aus Gründen des Zeitdrucks bereits begonnen werden. Gut 10 000 Euro sind für die Errichtung und das Material nötig. Beim Aufbau soll Augmented Reality (AR) zum Einsatz kommen. Mittels einer AR-Brille kann der Bauablauf auf den Standort projiziert werden. Wegen der Komplexität des Turms sei dies hilfreich, so Harun Faizi vom Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre. Der Turm soll demontierbar sein, um ihn gegebenenfalls auch anderswo aufbauen zu können.

Neben dem Turm wird auch eine Kochwerkstatt zur documenta entstehen, die ebenfalls von Studierenden entworfen wurde. (Bastian Ludwig)

Spendenkontakt: faizi@asl.uni-kassel.de

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