documenta-Projekt am Huttenplatz findet Anklang - Langfristiger Erhalt?

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Neuer Lebensraum: Anwohnerin Marika Rathfelder (links) und Ines Reinisch, Studentin am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, werfen einen Blick in das „Insekten-Hotel“ im Garten auf dem Huttenplatz.

Kassel. Kohl und Kohlrabi gedeihen prächtig, daneben wachsen Bohnen, Erbsen, Mangold und Mais. Schmetterlinge tanzen um üppig blühende Sommerblumen. Der Selbsterntegarten am Huttenplatz im Vorderen Westen ist ein Paradies für Naturfreunde.

Das von der documenta-Künstlergruppe And And And mithilfe der Uni Kassel ins Leben gerufene Projekt findet nun auch immer mehr Anklang.

Und es wächst der Wunsch, dass der Garten auf Dauer bleibt. Anwohner und Studenten des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften, die sich gemeinsam um den Stadtgarten kümmern, wollen ihn langfristig erhalten. Sie sehen sich durch die positive Resonanz ermutigt. „Am Anfang war Skepsis da“, sagt Ines Reinisch, die in Witzenhausen ökologische Agrarwissenschaften studiert. „Nun merkt man, dass den Menschen das Herz aufgeht.“

Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) sieht aber wenig Chancen, dass der unterhalb der Stadthalle gelegene Gemeinschaftsgarten dauerhaft bleibt. Er verweist auf eine Abmachung, wonach die Fläche nach der documenta zurückgebaut werden soll. Schließlich liege der Huttenplatz im Herzen eines denkmalgeschützten Ensembles. Es gebe auch genügend Mietergärten an den Häusern der Vereinigten Wohnstätten 1889. Wenn sich die Gartengemeinschaft mit einer entsprechenden Bitte an den Ortsbeirat wende, werde man sich aber erneut mit dem Thema auseinander setzen.

 

Ähnlich äußert sich Regula Ohlmeier, Leiterin des Umwelt- und Gartenamtes. „Es gibt eine eindeutige Abmachung“, sagt sie. Wenn der allgemeine Wunsch da sei, den Garten zu erhalten, werde man noch einmal mit dem Ortsbeirat sprechen. Allerdings müsse die Betreuung durch die Kasseler Uni auch künftig gewährleistet sein. Der Denkmalschutz dürfe auch nicht außer Acht gelassen werden. „Da muss es einen Abwägungsprozess geben“, sagt Ohlmeier.

Die Gartenfreunde wollen weitermachen. Auf dem Areal, das fast so groß ist wie eine Eishockeyfläche, gedeiht nicht nur Gemüse, auch die Nachbarschaft lebt auf. An warmen Abenden ist der Garten ein beliebter Treffpunkt.

„Die kleinen Tomaten essen wir gleich auf der Stelle“, sagt Marika Rathfelder. Die 48-Jährige wohnt am Huttenplatz und liebt den üppigen Garten vor ihrer Haustür mit Insekten-Hotel und Wurm-Kompost. Die platzsparende Gemüsesäule ist ein Versuchsobjekt der amerikanischen Künstlerin Claire Pentecost, die auf der documenta mit ihren Goldbarren aus Kompost auf den Wert fruchtbarer Erde aufmerksam macht. Für die Gartenfreunde ist klar: Es muss weiter gehen.

Am Samstag, 28. Juli, 10 bis 18 Uhr, gibt es wieder Aktionstag auf dem Huttenplatz, bei dem jeder mitmachen kann.

Von Ellen Schwaab

akiram64
(2)(0)

Hallo,
 
ich bin direkte Anwohnerin am Huttenplatz und von Beginn an dabei.
Mir hat dieses Projekt viel Freude bereitet und tut es noch. Wenn  ich am Abend oder am Morgen auf dem Balkon stehe und die Menschen beobachte, die viel Freude an diesem Gartenprojekt haben, dann geht mir immer wieder aufs Neue mein Herz auf.
Die soziale Komponente gemeinschaftlich zu säen, zu ernten und gemeinsam diesen schönen Anblick zu genießen ist in dieser unserer Zeit wichtiger denn je.
Anonymität, Egoismus, Gleichgültigkeit, Zerstörung, Interessenlosigkeit, Verlust von Wertschätzung was uns die Natur zu bieten hat, steht gegen Hilfbereitschaft, Kameradschaft, Gemeinschaftsgefühl, Fleiß, Freude, Natur und Umweltbewusstsein.
Dieser Platz beweist, dass wir keine Zäune brauchen um Gemeinschaftsgut zu schützen.
 
Alle Befürchtungen zum Trotze gibt es keinerlei Krach oder Zerstörung......... schaut doch bitte wieder richtig hin und erkennt das hier mehr geschieht als nur eine optische Veränderung.
 
Ich wünsche mir, dass es weiter bewirtschaftet wird.
 

ein_stadtteilbewohner
(5)(0)

hallo alle zusammen, ich finde das projekt am huttenplatz echt super! ich finde das sich unter diesem oben stehendem artikel eine viel zu negative stimmung aufbaut. diese negative stimmung hat meiner meinung nach jedoch absolut nichts mit dem wundervollen projekt am huttenplatz selber zu tun, sondern eher mit den meinungen der einzelnen!!! daher würde ich vorschlagen, dass wie herr kliche mit anderen worten schon sagte... liebe kritiker, kümmern sie sich bitte um einen konstruktiven austausch!

und nun noch ein mal zu ihnen herr hans meister! ihre aussage "Die Arroganz der „Gärtner“, die den Anwohner ihren Willen aufzuzwingen will finde ich sehr bedenklich." (Hans Meister 07/27/2012 09:01 PM) ist schlicht und ergreifend falsch! sogar ich bin bestens darüber informiert, dass der garten ein gemeinschaftsprojekt ist, das für JEDEN offen ist. unabhängig von körpergröße, religiöse hintergründe, ethnische abstammung, sexuelle orientierung, nah wohnhaft oder fern wohnhaft. so wie ich die ganze situation als außenstehender sehe, sind sie selber schuld! machen sie sich nicht zum gespött des stadtteils in dem sie, genauso wie butterblume falsche fakten verbreiten!

ich persönlich würde mich für den erhalt dieses innovativen öffentlichen ortes der begegnung für jung und alt und in verbindung von auflagen in form einer kriterienliste aussprechen!

viele liebe grüße
"ein interessierter stadtteilbewohner der so manches mitbekommt"

mkliche
(9)(0)

guten tag butterblume, d harry und hans meister,

wir kommen gerade vom sonntagsausflug zurück. da sitzen 3 fremde personen im garten am huttenplatz, ältere damen, über 60.

ich hoffe, wie sie liebe butterblume, dass die spuren des rollstuhls einer der damen die wiese nicht zu sehr schädigt.

ich freue mich, wenn der garten als angebot des verweilens, des austausches und der anregung genutzt wird - endlich keine soziale brache mehr!

Kommentare

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