Laut Oberbürgermeister ist der Rat entmachtet

Geselle stellt Aufsichtsrat der documenta infrage

Kassel. Nach der Vorstellung der zukünftigen documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann deuten sich weitere Veränderungen rund um die Weltkunstausstellung an.

Dies könnte vor allem die organisatorischen Strukturen betreffen, wie Oberbürgermeister Christian Geselle in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärte. Er stellte dabei vor allem den Aufsichtsrat als Kontrollgremium gänzlich infrage. Er sagte: „Es muss geklärt werden, ob wir den Aufsichtsrat überhaupt noch brauchen.“

Hintergrund sind die jüngsten Querelen in diesem Gremium, das in erster Linie mit Kommunalpolitikern besetzt ist. Die Streitigkeiten und Indiskretionen sollen auch mit ein Grund dafür sein, dass mit Hortensia Völckers und Alexander Farenholtz die beiden Mitglieder ihren Rückzug erklärt haben, die der Bundeskulturstiftung angehören.

Geselle spricht gar davon, der Aufsichtsrat sei entmachtet. Alle relevanten Entscheidungen hätte zuletzt mit der Gesellschafterversammlung das höchste documenta-Gremium getroffen. Ihm gehören die beiden Gesellschafter der gemeinnützigen documenta GmbH an: Stadt Kassel und Land Hessen.

Geselle bringt Dauerausstellung ins Spiel

Fernab davon gibt es Überlegungen, die Präsenz der documenta zwischen zwei Ausstellungen zu erhöhen. Geselle bringt hier eine Dauerausstellung in der Stadt ins Spiel, um die Geschichte erlebbarer zu machen und die documenta als Marke zu stärken.

Der Oberbürgermeister sähe eine solche Dauerausstellung als Ergänzung zum geplanten documenta-Institut: „Das ist als Forschungseinrichtung wissenschaftlich ausgerichtet, aber auch der Normalbürger soll sich mit seinem Interesse wiederfinden können.“ 

Eine entsprechende Idee könnte im Zusammenwirken mehrerer Akteure verwirklicht werden. Es würden alle in dieselbe Richtung denken. Damit meint er Sabine Schormann und auch Martin Eberle, den künftigen Chef der Museumslandschaft, der am Montag vorgestellt wird.

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