Info-Offensive aus dem Rathaus

Stadt Kassel moderiert Streitthemen: Markthalle und Karlsplatz sind Konfliktpunkte

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Es sind zwei Streitthemen: Der Plan das documenta-Institut auf dem Karlsplatz (links) zu erreichten und das neue Konzept der Investoren für die Markthalle (rechts) Kassel

In Kassel geht das Rathaus in eine Info-Offensive: Die Stadt moderiert hier die Streitthemen Markthalle und Karlsplatz.

  • DieStadt Kassel startet eine Informationsoffensive für Transparenz und Dialogsuche.
  • Streitthemen sind der Neubau des documenta-Instituts und die Neuorganisation der Markthalle.
  • Noch scheinen die verschiedenen Positionen zu den Streitthemen unvereinbar.

Kassel – In der Stadtgesellschaft heftig umstritten, inzwischen gar ohne politische Mehrheit: Der Neubau des documenta-Instituts und die Neuorganisation der Markthalle, zwei der wichtigsten Projekte in Kassel, stecken derzeit in der Sackgasse.

Mit einer ungewöhnlichen Informationsoffensive will die Stadt in dieser Woche und an zwei Tagen hintereinander die Vorhaben zurück in die Spur bringen. Genauer gesagt: zurück auf den von ihr vorgezeichneten und in nicht-öffentlichen Gremien bereits beschlossenen Weg.

Kassel: In den Streitthemen Markthalle und Karlsplatz mehr Transparenz schaffen

So informieren Kulturdezernentin Völker und Stadtbaurat Nolda am Dienstagabend in Kassel über den vom Magistrat vorgeschlagenen Standort Karlsplatz für den Neubau des documenta-Instituts. Am Mittwochabend wird dann die vom Magistrat vorgeschlagene Vergabe an das Markthallen-Konzept von Antonio Merz und dem Architekturbüro Sprengwerk vorgestellt (Kasten unten).

An diesen Abenden wird es also um genau die Vorschläge gehen, für die sich in der Dezember-Sitzung der Stadtverordneten keine Mehrheit fand und die deshalb zum Bruch der Koalition aus SPD, Grünen und Andreas Ernst führten. Denn der fraktionslose Ernst wolle diese Beschlüsse nicht mittragen.

Mit den Veranstaltungen will die Stadt Kassel nach eigenen Angaben für mehr Transparenz sorgen und den Dialog suchen. Der Mangel daran war in beiden Verfahren kritisiert worden. Oberbürgermeister Geselle, Stadtbaurat und Kulturdezernentin wollen für ihre Vorschläge werben und damit überzeugen.

Weder die Info-Veranstaltung zum documenta-Institut noch die Bürgerversammlung zur Markthalle ist aus Sicht der Stadt aber dazu gedacht, eine Plattform für weitere Konzepte und für noch ganz neue Ideen zu sein.

Streitthemen in Kassel: Unversöhnliche Positionen?

Die vorliegenden Alternativen sorgen bereits für reichlich Konfliktstoff. Für die Stadtverordneten in Kassel, die letztlich zu entscheiden haben, stellt sich beim documenta-Institut die Frage, ob man den Neubau auf dem Karlsplatz beschließen sollte, obwohl Anlieger rund 5.000 Unterschriften dagegen sammelten.

Bei der Markthalle stellt sich die Frage, ob man für die Vergabe an Merz/Sprengwerk stimmen sollte, obwohl nicht wenige Beschicker dagegen protestieren und es ein weiteres (abgelehntes) Konzept gibt.

Noch scheinen diePositionen unversöhnlich. Ob die Info-Offensive der Stadt Kassel daran etwas ändert, ist unklar. Klar ist aber: Wenn sich weiterhin dafür keine politischen Mehrheiten finden, müssen beide Verfahren ganz neu aufgerollt werden. 

Kassel: documenta-Institut und Markthalle - Zwei Versammlungen kurz hintereinander

Über die Pläne zum documenta-Institut auf dem Karlsplatz in Kassel informieren Stadtbaurat Nolda und Kulturdezernentin Völker am Dienstag, 4. Februar, ab 18 Uhr in der documenta-Halle. Es moderiert Steffi Schürmann (Neue Denkerei).

Die Bürgerversammlung zur Konzeptvergabe Markthalle moderiert Stadtverordnetenvorsteher Volker Zeidler am Mittwoch,5. Februar. Beginn: 19 Uhr, Stadtverordnetensaal des Rathauses.

Mehr zum Streitthema Markthalle:

Streit um die Zukunft der Markthalle Kassel: Investor Michael Majcen weist den Spionage-Vorwurf zurück. Er kritisiert zudem eine "Stimmungsmache" der Markthallen-Betreiber.

Die Kasseler Stadtverordneten haben die Bürgerversammlung zum Thema Markthalle einstimmig beschlossen. Zuvor haben sich Marktbeschicker gegen die Pläne der Stadt gewehrt.

In Kassel soll der Betrieb der Markthalle neu ausgerichtet werden. Fragen und Antworten zur Investorensuche der Stadt und zum Bewerberverfahren.

Bei einer Informationsveranstaltung in Kassel haben rund 500 Besucher über den Neubau des documenta-Instituts diskutiert. Allerdings ist nach wie vor keine Lösung in Sicht.

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