Unterstützer rufen zu Picknick auf Opernplatz auf 

documenta-Kunstwerk: Nun entscheidet sich das Schicksal des Obelisken

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Besucht in dieser Woche Kassel: Olu Oguibe, der Künstler des Obelisken. 

Kassel. Was wird aus dem Obelisken? Die Frage könnte diese Woche endgültig beantwortet werden, wenn Künstler Olu Oguibe in die Stadt kommt. Bleibt das umstrittene documenta-Kunstwerk in Kassel?

Wann soll das Gespräch zwischen Oguibe und Geselle stattfinden und was wird dabei genau besprochen?

Nach Informationen unserer Zeitung soll Oguibe am Dienstag schon nach Kassel kommen. Zuletzt weilte der 54-Jährige mit Wohnsitz Connecticut/USA in Berlin, wo er sich noch um ein anderes Projekt kümmerte. Das Gespräch mit Geselle soll nach Informationen unserer Zeitung für Mittwoch terminiert sein. Dabei wird in erster Linie über den Verbleib und den Standort des Obelisken verhandelt. Hintergrund ist ein Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung. 

Demnach soll das documenta-Kunstwerk für die gesammelte Spendensumme von 126.000 Euro von der Stadt angekauft werden; er darf demnach aber nicht auf dem Königsplatz bleiben. Angedacht ist, dass der Obelisk vor das geplante documenta-Institut kommt. Das wiederum soll am Holländischen Platz entstehen. Gut möglich, dass sich Oguibe und Geselle die Begebenheiten vor Ort ansehen.

Wie ist die Position von Olu Oguibe?

Laut Olu Oguibes Galeristen Alexander Koch geht es darum, die Angelegenheit zu formalisieren. Er spricht in diesem Zusammenhang von Kleinkram. Es geht um einen verbindlichen Vertrag. Klar ist, dass Oguibe von seiner ursprünglichen Haltung abgerückt ist. Er wollte, dass der Obelisk auf dem Königsplatz bleibt. Jetzt kann er sich mit dem Gedanken anfreunden, dass sein Kunstwerk vor das geplante documenta-Institut kommt – und damit womöglich an den Holländischen Platz. 

Wichtig dabei sei, so sagt es Galerist Koch, dass der Obelisk nun nicht abgebaut und dann zwei Jahre eingelagert wird. Schließlich muss auch das geklärt werden im Gespräch mit Oguibe und Geselle: was mit dem Kunstwerk geschieht, solange das documenta-Institut noch gar nicht steht. Vor 2020 wird es mit dem Bau mit Sicherheit nichts. 

Ein konkretes Konzept wird nach langen Diskussionen derzeit erst erarbeitet. Koch sieht den Obelisken an der freien Luft – und nicht in einem Raum, in dem er womöglich in Vergessenheit gerät. Deshalb könnte das eine der spannenden Fragen des Treffens am Mittwoch werden: Lässt sich die Stadt darauf ein, dass der Obelisk für eine möglicherweise sehr lange Übergangszeit auf dem Königsplatz bleibt?

Was wird Olu Oguibe sonst noch in Kassel machen?

Oguibe soll seine Zusage an einer Veranstaltung gegeben haben, die am Dienstagabend auf dem Kasseler Opernplatz stattfindet und sich „Picknick für die Freiheit der Kunst und Kultur“ nennt. Sie beginnt um 18 Uhr. Ob Oguibe dann auch redet, ist noch nicht klar.

Was hat es mit der Veranstaltung auf sich?

Die Idee hatte laut Regina Oesterling, Vorstand des documenta-Forums, ein junger Mann von der Kunsthochschule: Jacob Birken. Über Facebook verbreitete sich die Idee, mittlerweile gibt es über 200 Zusagen. Dabei wollen die Unterstützer ein Zeichen setzen für die Freiheit der Kunst und der Kultur – und damit auch ein Zeichen gegen die AfD. Die hatte zunächst angekündigt, während Oguibes Besuch in Kassel gegen den Obelisken zu demonstrieren. Mittlerweile hat sie Abstand von dem Vorhaben genommen.

Trotzdem wollen die Unterstützer des Picknicks Gesicht zeigen – und dabei eins deutlich machen: dass Kassel nicht so ist, wie es zuletzt in der Weltpresse rübergekommen ist, wie Regina Oesterling sagt. Kassel stehe vielmehr für die Vielfalt der Kunst. Bei der Aktion gehe es daher auch weniger um den Obelisken als vielmehr um die allgemeine Stimmung. Die Rückmeldungen auf die Idee eines Picknicks seien sehr positiv gewesen, berichtet Oesterling.

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