Kulturhaus Dock 4 wieder im Gespräch

documenta-Zentrum: Wieder alles auf Anfang

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Wieder im Blick: Das Kulturhaus Dock 4 soll Standort des documenta-Zentrums werden. Wie das Vorhaben finanziert werden soll, ist offen.

Kassel. Was wird aus dem documenta-Zentrum? Nach dem Verzicht auf den Ankauf des Bundesbank-Gebäudes am Ständeplatz ist das Kulturhaus Dock 4 an der Unteren Karlsstraße wieder im Gespräch.

Wegen seiner Nähe zum Fridericianum, dem Stammhaus der documenta und Sitz der documenta GmbH, gilt es vielen als ideale Lösung.

Alleine kann die Stadt das Vorhaben mit dem documenta-Archiv als Herzstück aber nicht schultern: Sie setzt auf eine Beteiligung des Landes. Stadt und Land tragen schließlich auch gemeinsam die documenta GmbH. Allerdings zeigt man in Wiesbaden wenig Interesse.

Für Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD) ist indes klar: „Das documenta-Archiv muss Teil der documenta GmbH werden.“ Die Stadt stellt für das Archiv zurzeit 4,5 Stellen, die Räume sowie Bestände im Wert von fünf Millionen Euro zur Verfügung. Man erwarte, dass sich das Land in gleicher Weise beteiligt, sagt Hilgen. Das würde weitere 4,5 Stellen sowie ein finanzielles Engagement in Höhe von 2,5 Mio. Euro bedeuten.

Zu teuer: Das Bundesbank-Gebäude am Ständeplatz scheidet als Standort für das documenta-Zentrum aus.

Die Kosten für das documenta-Zentrum sind hoch. Neben dem Dock 4 sind das Fridericianum und das ehemalige Stadtmoschee-Gelände an der Unteren Karlsstraße Teil des Konzepts, das gemeinsam mit dem Land entwickelt und von den Stadtverordneten 2010 beschlossen wurde. Die Kosten für die große Lösungwerden auf über 20 Millionen Euro beziffert - mit Sanierung des Dock 4, Abriss der Turnhalle und Neubau, Umbau der früheren Stadtmoschee für die freie Szene sowie der Einrichtung einer documenta-Akademie.

In Wiesbaden hält man sich bedeckt. „Das Thema steht für uns im Moment nicht auf der Tagesordnung“, sagt Jörg Kilian, Pressesprecher im Haus von Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Nach dem geplatzten Ankauf des Szeemann-Archivs zeigt das Land keine Ambitionen mehr.

Das documenta-Forum hofft auf eine Lösung. „Das Interesse an solchen Archiven ist in den letzten Jahren international stärker geworden“, sagt Vorsitzender Dirk Schwarze. „Wenn da nichts passiert, gerät das documenta-Archiv ins Hintertreffen.“ Trotz unzureichender Ausstattung habe es sich unter Leitung von Karin Stengel international profiliert. Auf Dauer werde das Archiv seinen Rang aber nur behaupten können, wenn es räumlich und personell verstärkt werde. Schon jetzt reichten die Räume nicht aus, um die Akten der d 13 aufzunehmen und sich besucherfreundlich zu präsentieren. Das Archiv brauche eine breitere Trägerschaft - am besten unter dem Dach der documenta GmbH.

Von Ellen Schwaab

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