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Döner kostet in Frankfurt jetzt 10 Euro: Auch in Kassel muss man deutlich mehr zahlen

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Zehn Euro zahlt man inzwischen für einen Döner in einem Frankfurter Imbiss. So teuer ist das Fast-Food in Kassel zwar noch nicht, aber auch hier steigt der Preis.

Kassel – Aufgrund der Preissteigerungen sehen sich in diesem Jahr viele Imbiss-Betreiber gezwungen, für das Fladenbrot mit Fleisch mehr Geld zu verlangen. Einige Medien klagen schon über die „Dönerflation“.

Für Mehmet Sen, den Imbiss-Betreiber des „Hot Grill“ am Auestadion in Kassel, ist die Frage nach Preiserhöhungen auch eine Existenzfrage. „Entweder wir machen alles teurer oder wir müssen schließen“, sagt Sen. Für ihn gebe es keine Alternative. Zu jeder Zutaten-Lieferung erhalte er eine neue Preisliste. Gemüse, Fleisch und Verpackungen seien inzwischen doppelt so teuer wie zuvor. In der Vergangenheit musste Sen die Dönerpreise bereits mehrere Male erhöhen. Momentan verkauft er eine Kalb-Drehspießtasche für 5,50 Euro. Bis 2019 seien es noch 3,50 Euro gewesen. „Wir haben während der Pandemie schon kämpfen müssen, aber die Auswirkungen des Krieges sind noch schwerer für uns“, sagt Sen.

Döner in Kassel: „Nachfrage ist um 50 Prozent gesunken“ - Verkauf teils unter Wert

Ähnlich ergeht es Enver Eyibilen mit seinem türkischen Restaurant „Tat-Urfa“ in der Unteren Königsstraße. Er beklagt vor allem die vielen leeren Tische. „Die Nachfrage ist um 50 Prozent gesunken. Ich sehe kaum noch Jugendliche in unserem Lokal, und die Menschen sehen unglücklich aus“, sagt Eyibilen. Zunächst verzichtete er auf Preiserhöhungen und verkaufte den Döner weit unter seinem Wert, wie er sagt. Nun sieht aber auch er keine andere Möglichkeit, als den Preis um mindestens zwei Euro anzuheben. Der Frankfurter Dönerladen, der seinen Drehspieß-Sandwich für zehn Euro verkauft, mache es richtig, findet der Gastronom. „Wir arbeiten uns den ganzen Tag kaputt und dann haben wir nicht einmal was davon“, meint der 44-Jährige.

Am Dönerspieß: Mehmet Sen bearbeitet das Kalbfleisch mit dem Schneidegerät. Für ihn gibt es keine Alternative zu der Preiserhöhung.
Am Dönerspieß: Mehmet Sen bearbeitet das Kalbfleisch mit dem Schneidegerät. Für ihn gibt es keine Alternative zu der Preiserhöhung. © Adriana Strehl

Döner in Kassel: Mehr als fünf Euro sollen es im „Saraykapi“ nicht werden

Obwohl auch Inhaber Nurullah Yurddas sich Sorgen um die Zukunft seines Restaurants „Saraykapi“ in der Unteren Königsstraße macht, kann er die Entscheidung des Frankfurter Imbisses nicht nachvollziehen. Zuletzt im September hob er den Preis für seinen Kalbsdöner auf fünf Euro an. Nun hofft er, den Preis beibehalten zu können. „Ich muss auch meinen Gegenpart im Auge haben“, sagt Yurddas mit Blick auf die Konkurrenz. „Ich kann den Döner nicht teurer verkaufen als das Lokal nebenan. Dann verliere ich noch mehr Kunden.“

Dass Kunden sich von Dönerläden in Kassel abwenden, die die Preise erhöhen, könne er nachvollziehen. Beim Einkauf vergleiche auch er die Preise verschiedener Supermärkte. „Wenn ich jetzt die Preise sehe, frage ich mich, was uns erst nächstes Jahr erwartet“, so der Betreiber. „Ich hoffe, 2023 wird besser für uns.“ (Adriana Strehl)

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