Spediteure und Logistiker profitieren

Diese Drohnen einer Kasseler Firma finden verlorene Ware wieder

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Intelligente Drohne: Doks.-Innovation-Geschäftsführer Benjamin Federmann (links) und Produktmanager Tim Mackenrodt präsentieren ihre Entwicklung in einem Testlager am Firmensitz. 

Kassel. Das Kasseler Unternehmen Doks. Innovation will Logistik-Unternehmen, Spediteuren und Lagerbetreibern bei der Bestandserfassung helfen und vermeintlich verlorene Ware rasch wiederfinden.

Mit den zunehmenden Warenströmen wächst auch der Schwund. Durch Diebstahl, Fehlsendungen oder manchmal unerklärlichem Verlust. Oder einfach nur, weil Paletten oder Transportbehälter falsch abgelegt wurden und niemand mehr weiß, wo sie stehen, was angesichts immer größer werdender Logistikflächen und des steigenden Umschlagtempos, immer häufiger vorkommt. Letzteres soll bald der Vergangenheit angehören. Die junge Kasseler Doks. Innovation GmbH will Logistik-Unternehmen, Spediteuren und Lagerbetreibern bei der Bestandserfassung helfen und vermeintlich verlorene Ware rasch wiederfinden.

Dazu setzt das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen Drohnen ein, die Lagerhallen und -plätze autonom abfliegen und mittels hochauflösender Kameras, komplexer Sensorik und ausgeklügelter Software Codes, Artikelnummern und andere Kennzeichnungen erfassen und die Daten in Echtzeit an den Zentralrechner oder das Warenwirtschaftssystem übermitteln. „Wir automatisieren und digitalisieren Bestandsmanagement und Prozesse“, beschreibt Doks.-Innovation-Geschäftsführer Benjamin Federmann das Geschäftsmodell des Start-ups. „Überall, wo manuell gezählt und abgeglichen wird, kommt unsere Technik zum Einsatz.“ Der Ökonom hat das Unternehmen gemeinsam mit fünf Partnern gegründet und 1,2 Millionen Euro Starkapital bei drei Investoren eingesammelt. Zurzeit befindet sich die Kasseler Technik in der Erprobungsphase. Zehn Pilotkunden hat Doks. Innovation bereits für seine Entwicklung gewinnen können, darunter namhafte Logistikkonzerne. Das Unternehmen beschäftigt zehn Mitarbeiter„Wenn alles gut läuft, werden wir bald mehr Leute einstellen“, sagt Federmann.

Bislang verläuft die Suche nach verlorenen gegangenen Paletten oder Transportbehälter so, dass zwei Mitarbeiter die Bestände abgleichen: Einer, der den Gabelstapler steuert und ein weiterer, der die Codes der viele Meter hoch aufgestapelten Paletten in den langen Gängen mit einem Handscanner einscannt oder die Codes abgleicht. „Das braucht ewig“, weiß Federmann. Vor allem dann wenn die Hallen mehre hundert Meter lang und breit sind.

Die Doks.-Drohnen machen alles automatisch und erledigen die Arbeit sehr viel schneller. Sie fliegen die langen Gänge und Regale allein ab. Bei entsprechender Größe können mehrere Fluggeräte gleichzeitig eingesetzt werden. Dabei erfassen sie nicht nur Codes und Bezeichnungen, sondern auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit, was für verderbliche und empfindliche Waren wichtig ist. Und sie entdecken Transportschäden und melden freie Plätze.

Die Drohnen für den Außeneinsatz kauft Doks. Innovation zu und rüstet sie mit Kameras, Sensortechnik und Software aus, die für innen baut das Unternehmen nach Angaben Federmanns selbst. 

Firmenvideo: Inventarisierungs-Drohne

Hintergrund: Doks steht für Dortmund und Kassel 

Doks Innovation ist aus einem Forschungsprojekt hervorgegangen, das Federmann und seine Mitstreiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund federführend absolviert haben. Nach kurzer Zeit siedelte das junge Unternehmen nach Kassel ins Technologie- und Gründerzentrum FiDT in der Marbachshöhe um. Der Firmenname ist aus den Kennzeichen der beiden Städte zusammengesetzt. Nach Unternehmensangaben führt der Einsatz der modernen Technik aus Kassel gegenüber der herkömmlichen Suche zu einer Zeitersparnis von 90 Prozent Kostenersparnis von 80 Prozent. www.doks-innovation.com

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