Studenten der Uni Kassel entwickeln medizinische Anwendung für Mobiltelefone

Der Doktor in der Tasche

Bislang ein Prototyp: Mit einem Modell aus Pappe nahm die Idee von Andreas Ripka, Elena Zucht und Roman Görlitz (nicht im Bild) Gestalt an. In Zukunft könnte sie auf dem iPhone laufen. Foto: Baetz

Kassel. Dass man mit Smartphones genannten Mobiltelefonen Musik abspielen, Fotos machen und ins Internet gehen kann, ist bekannt. Die Kasseler Studenten Elena Zucht (24), Andreas Ripka (25) und Roman Görlitz (25) haben jetzt ein Programm für die Alleskönner entworfen, das daran erinnert, Medikamente regelmäßig zu nehmen – und vor Wechselwirkungen warnt.

MediCheck heißt die Anwendung, die zum Beispiel das iPhone um zusätzliche Funktionen erweitert. Nach der Installation muss der Benutzer auf dem Telefon zunächst sein medizinisches Profil erstellen. Dazu gibt er neben Geschlecht, Alter und Gewicht auch Allergien ein.

Über die eingebaute Kamera wird der Strichcode auf der Verpackung des Medikaments eingelesen. So erkennt das Programm die Medizin. Nun gibt der Benutzer ein, in welchen Abständen die Arznei genommen werden muss. Fortan erinnert das Programm den Smartphone-Benutzer an die Einnahme.

Der eigentliche Clou steckt aber in weiteren Funktionen: Beim Erkennen des Medikaments gleicht MediCheck das Produkt mit vom Benutzer gespeicherten Arzneien ab. Sind Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme bekannt, schlägt das Programm Alarm.

Per Fingerdruck sind über zwei Symbole jederzeit die Nummer des Hausarztes und eine Service-Hotline erreichbar. Gehen die Medikamente zur Neige, warnt das Programm. Über eine Anzeige lässt sich der verbleibende Vorrat überprüfen – und über Internet bei einer Online-Apotheke nachbestellen. Geht es nach Zucht, Ripka und Görlitz soll die für den Dienst zahlen, nicht der Anwender.

Noch existiert MediCheck nur als Demonstration auf dem Computer. Mithilfe eines Bekannten sollen IT-Spezialisten für die Entwicklung hinzugezogen werden. Ein kleines Startkapital haben die Studenten schon: Beim Gründerwettbewerb der Uni Kassel belegten sie mit MediCheck Ende September den mit 1000 Euro dotierten dritten Platz.

Im vergangenen Semester hatten die Wirtschaftswissenschaftler mit dem Projekt begonnen. Das Ziel: eine mobile Anwendung für Menschen über 50, die eine Dienstleistung erbringt. Während der Entwicklung stellten die Studenten fest, dass ihr Programm für alle Altersgruppen hilfreich ist. Besonders chronisch Kranke und andere Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, können von MediCheck profitieren.

Von Jan Baetz

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